Dienstag, 24. Juni 2014

Abläufe

Jeder hat wohl so seine Abläufe im Bad, an die er sich meistens hält. Aus Gewohnheit oder weil sie so am logischsten erscheinen. Kinder werfen das komplett durcheinander, selbst wenn sie gar nicht dabei sind.

Wenn ich alleine bin - also ohne Kind im Bad und ohne Verantwortung für Kind(er) vor der Badezimmertür - gehe ich zuerst auf die Toilette, duschen oder Haare waschen, Zähne putzen, Kontaktlinsen, anziehen, bisschen schminken, Haare föhnen. Alles gespickt mit reichlich Leerlauf, während dessen ich stumpfsinnig, weil morgenmuffelig auf dem Badewannenrand sitze und ins Leere oder auf mein Handy starre. Wenn ich nicht schwanger bin oder stille, stellt R. mir meist die erste Tassen Kaffee des Tages ins Bad, so dass sich die Morgenmuffeligkeit ganz gut verzogen hat, wenn ich wieder aus dem Bad komme.

Seit BM ist es nun so, dass ich (wenn R. nicht da ist) viel daran setze, ins Bad zu kommen während sie noch schläft. Gleiches gilt nun natürlich auch für Zwee, was das Unterfangen noch schwieriger macht. Erstens muss ich aufstehen, wenn die Kinder noch schlafen. Nach durchgestillter Nacht kein Pappenstiel.

Dort angekommen muss ich entgegen meiner über Jahre verinnerlichen Logik vorgehen und nunmehr so priorisieren, dass ich zuerst die Sachen mache, die mit Kind auf dem Arm am kompliziertesten sind. Also zuerst Kontaktlinsen rein. Wer Kontaktlinsen weiß, dass die in frisch aufgewachten Augen meist nicht gut ankommen. Also noch mal raus, neu abspülen, wieder rein. Haare waschen, Zähne putzen, bisschen schminken, Haare föhnen - dabei immer wieder kurz unterbrechen, weil ich meine, ein Kind gehört zu haben. Anziehen. Dieser Ablauf kann an jeder Stelle unterbrochen und je nach kindlicher Laune komplett in den Wind geschossen werden, was meist damit endet,  dass ich zwar zuerst im Bad war, aber zuletzt angezogen bin. Jackpot, wenn ich mich danach noch mal auf das Bett werfen kann, weil beide Kinder noch schlafen -  heute so,  daher Zeit zum Bloggen.

Ach ja,  mit BM kriegt man mittlerweile die meisten Punkte trotzdem hin, auch wenn man sie zwischendurch zur Toilette,  zum Zähne putzen,  waschen, anziehen und Haare machen antreibt bzw. je nach Morgenmuffeligkeit ihrerseits für sie übernimmt. Sie sitzt dann meist ganz gern auf der Toilette und sieht mir zu oder spielt einfach. Mit Zwee nun eine neue Dimension.  Wenn, dann platzt sie mit akutem Stillwunsch dazwischen - aber das geht ja zum Glück auch nackig auf BMs Bett sitzend, weil diese auch gerade noch kuscheln will.

Montag, 23. Juni 2014

Die Kinder vom Kleistpark

Am gestrigen Sonntag war das Wetter sehr wechselhaft,  R. lag krank im Bett und ich wusste nicht, was ich am Nachmittag mit den Kindern anstellen sollte. Also nutzte ich BMs Nichtschlafmittagsschlaf und schaute, ob im FEZ zufällig was los ist. War es auch,  aber eher für Schulkind. Allerdings waren in der dortigen Astrid-Lindgren-Bühne (wo ich übrigens vor vielen,  vielen Jahren das Ernst-Thälmann-Abzeichen erhielt) die Kinder vom Kleistpark angekündigt. Ich hatte schon öfter von ihnen gehört,  und so buchte ich kurzerhand zwei Tickets für BM und mich.

Eigentlich wollte ich Zwee im Tuch mit im die Vorstellung nehmen,  aber dann überkamen mich doch Bedenken, so dass ich sehr froh waren,  dass meine Eltern sich gleich bereit erklären, Zwee derweil spazieren zu fahren. Ich freute mich,  mal wieder etwas mit BM alleine machen zu können, zumal ich neulich meinen schon lange geplanten Platz beim Traumzauberbaum an R. abtreten musste, weil ich gerade erst mit Zwee aus dem Krankenhaus gekommen war.

Die Vorstellung hat uns beiden sehr gut gefallen. BM hat ganz gebannt zugesehen und mitgeklatscht (das Rhythmusgefühl hat sie nicht von mir). Sie war nur etwas enttäuscht,  dass die zuschauenden Kinder nicht wie beim Traumzauberbaum mit auf die Bühne durften. Es wäre vermutlich noch besser gewesen,  wenn wir die Lieder aus aller Welt vorher gekannt hätten.

Ich finde, dass das Programm sehr professionell war,  vor allem wenn man bedenkt, dass dort so viele Kinder -  teils noch im Kindergartenalter - mitmachen.

Samstag, 21. Juni 2014

Dauerstillen

Seit drei Tagen und Nächten ist bei uns dauerstillen angesagt. Vorbei sind die Zeiten,  in denen sich Zwee ins Bett legen ließ und einfach weiter-  bzw. einschlief oder zufrieden ein bisschen umher guckte. Jetzt will sie am liebsten jederzeit an der Brust sein und nach Lust und Laune daran nuckeln. Glaubt man dem Buch "Oh je,  ich wachse",  dann ist das der Schub um die 8. Woche und somit NUR EINE PHASE.

Schön  ist, dass Zwee nun ganz gerne im Tuch ist und sich darin auch besser beruhigt als durch bloßes Umhertragen oder schuckeln. Zum Glück findet sie es auch in Kinderwagen und in der Autoschale noch ganz gut. Im Gegensatz zu BM,  für die wir zum Einschlafen oft den Kinderwagen / das Auto anhalten mussten, mag Zwee Geruckel und Gezuckel. Leider macht auch hier ihr Bedarf nach Mamas Brust uns öfter einen Strich durch die Rechnung. Zwee will / muss saugen,  aber bitte-danke nur an der Brust. Vielleicht mal kurz an einem Finger, aber bloß nicht an einem Nuckel.

Berührt man ihren Mund auch nur mit einem Nuckel, fängt sie an zu schimpfen, dreht den Kopf weg und hat Null Interesse daran, das Ding wenigstens mal anzuschlecken oder gar daran zu saugen. Versucht man dann trotzdem, denn Nucki in den Mund zu bekommen, muss sie oft gleich würgen. (Hallo, schlechtes Gewissen.)

Gelangt der Nuckel dann doch irgendwie in den Mund - z. B. als Zwee sich wegen eines Hubschraubers erschrak und aus Versehen anfing zu saugen -  dann findet sie ihn gleich richtig cool, saugt wie verrückt und verliert ihn auch lange nach dem Einschlafen nicht aus dem Mund.

Natürlich wäre es auch gut, wenn sie gar keinen Nuckel bräuchte, aber das Dauernuckeln an mir wird schon langsam ganz schön unangenehm. Hinzu kommt, dass ich kaum schlafen kann, weil Zwee nach dem häufigen Trinken nun erstmal richtig tief schlafen muss, ehe ich sie wieder ins Babybay legen kann. Leider schaffe ich es auch beim zweiten Kind nicht, eine bequeme Stillposition im Liegen zu finden - trotz diverser Kissen im Rücken, zwischen den Beinen und in Zwees Rücken. Ich bin immer irgendwie im Holzkreuz dabei und weiß nicht wohin mit meinem unteren Arm, der ständig einschläft. Vielleicht ist auch meine Brust zu klein dafür,  auch wenn sie mir im aktuellen Zustand gar nicht so vorkommt. Jedenfalls wird diese von Zwees Mündchen auch immer in die eine oder andere Richtung gezogen, auch wenn wir ganz eng aneinander liegen.

Nun sitze ich also hier im Bett, stille und stille. Jetzt wo es schon ein bisschen hell ist, sieht Zwee mich in den Pausen an und lächelt immer öfter. Dann hat das wohl schon alles seine Richtigkeit.

Freitag, 20. Juni 2014

Halb so groß

Aus dem heutigen Wäscherei sortiere ich einen Großteil von BMs Sachen in Größe 98 aus. Vor allem Kleider und Langarmshirts sind endgültig zu klein. Hosen und kurzärmelige Sachen passen noch,  einige 3/4 Leggins und Shorts sind sogar noch in Größe 92 und rutschen endlich nicht mehr. Komisch, denn BM ist weder dünn noch dick.

Gleichzeitig wandern nun die ersten Strampler und Schlafanzüge in Größe 50 in Zwees Kiste.  Kleidungsstücke mit geschlossenen  Füßen sind nun zu klein,  Größe 56 aber immer noch sehr reichlich. Nun ja, 6 cm machen viel aus bei so einem kleinen Baby.

Nerven zerreißend

BM ist im Moment ziemlich oft unleidlich. Mindestens einmal täglich gibt es hier ein Riesendrama meist im Zusammenhang mit Zähne putzen und An-/ Umziehen wahlweise Morgens oder Abends oder auch beides. So sehr diese Anfälle auch nerven, kann ich damit einigermaßen umgehen,  weil ich schon verstehen kann, wenn BM auf etwas eben keine Lust hat und sich ärgert, weil wir darauf bestehen.

Viel schlimmer finde ich dieses endlose Nölen und Greinen, wenn sie wegen irgendetwas schlechte Laune hat. Dann kann man ihr überhaupt nichts recht machen. Sie wiederum kann aber auch nicht ausdrücken,  wo eigentlich das Problem liegt,  und kommt nicht aus ihrer Haut. Das zerrt so unendlich an den Nerven,  dass ich mich selbst erwische wie ich ungerecht und sogar manchmal nachtragend werde.

Heute früh ein Paradebeispiel: BM wacht jammernd auf. Deutlich früher als sonst und nach einer Nacht mit ebenfalls sehr unzufriedener Zwee. Wir mussten noch längst nicht aufstehen, also holte R. BM in unser Bett mit der wagen Hoffnung, dass sie noch mal einschläft oder wir wenigstens noch ein bisschen kuscheln können. Leider lag das Kopfkissen irgendwie falsch. Und die Decke ist nicht auf den strampelnden Beinen liegen. Ich sollte die Hand halten,  aber nicht so sondern anders. Wie? Anders eben. BM wollte Rückenmalen spielen. Okay,  wenigstens kann man dabei liegen. Aber ich lag nicht richtig... Wie es richtig gewesen wäre, konnte ich nicht herausfinden. Und dann ist wohl auch noch ein Sack Reis in China umgekippt.

BM nölte bis uns der Kragen platzte. Sie wurde zum Beruhigen ins Kinderzimmer gebracht und wir gingen schon mal ins Bad. BM brüllte mittlerweile richtig. Zog sich zwischenzeitlich noch einen Phantomschmerz am unbehausschuhten Fuß zu. Jedes Friedensangebot meinerseits wurde abgelehnt. Aus irgendeinem  Grund war sie verdammt wütend auf uns,  was wiederum uns genauso sauer machte. Gefühlt ewig später legte sie den Schalter um und war plötzlich wieder ansprechbar,  ließ sich endlich in den Arm nehmen... und plapperte sofort munter drauf los während ich ein heimliches Tränchen in ihre Haare vergoss.

In einem ähnlichen Fall fragte ich sie gestern völlig entnervt,  was denn nur los sei.  Sie antwortete,  dass die Ärgermaus sie gebissen habe. Das kennt sie aus einem Kinderbuch. Dort zwickt die Ärgermaus die Kinder,  damit sie sich zanken. Offenbar war ihr auch irgendwie klar,  dass sie eigentlich gar nicht wusste, warum sie meckerte und weinte. Gut war, dass wir die imaginäre Ärgermaus dann gemeinsam verjagen und uns dabei versöhnen konnten. Ein anderes Mal rief sie mir am Ende eines Einschlafdramas zu, dass ihre Augen immer wieder anfangen zu weinen. Armes kleines Herz!

Vielleicht war doch alles ein bisschen zu viel für sie in den letzten Monaten. BM kaut neuerdings an den Nägeln, wenn sie aufgeregt oder unsicher ist, wenn Ihre Freundin in der Kita nicht da ist und sie "keinen Freund zum Spielen findet",  unablässig beim Kindertanzen,  obwohl ihr das doch soviel Spaß macht.

Zum letzten Mal schnitt ich BMs Fingernägelchen wenige Tage bevor ich zum ersten Mal ins Krankenhaus musste. Der Zusammenhang drängt sich förmlich auf und macht mir ein unheimlich schlechtes Gewissen. Ich habe als Kind ewig an den Nägeln gekaut und neige in Stresssituationen immer noch dazu,  d.h. ich weiß sehr gut wie schwer es ihr fallen wird, damit wieder aufzuhören.

Ich versuche ihr Tipps zu geben. Sie soll die frechen Finger einfangen und mit der anderen Hand festhalten, wenn sie sich in den Mund schleichen wollen. Wenn die Kinder beim Tanzen im Kreis sitzen und erzählen, soll sich sich auf die Hände setzen oder am Kleidchen spielen. Und natürlich sagen wie ihr jeden Tag zig Mal,  dass sie die Hände aus dem Mund nehmen soll.

In der Kita bekommt sie von ihrer Erzieherin nun immer ein Herz auf die Hand gestempelt,  wenn sie nicht (wenig) geknabbert hat. Bislang gab es den Stempel leider noch nicht sehr oft.

BM wünscht sich schon lange einen Nagellack. Gelb soll er sein,  weil das ihre liebste Farbe ist. Also habe ich einen gekauft und ihr versprochen, dass ihre Nägel lackiere,  wenn sie 10 Tage nicht geknabbert hat, so dass ich die Fingernägel wieder schneiden kann. Dazu haben wir ein Spielfeld gebastelt. Jeden Tag,  an dem BM nicht geknabbert hat, rückt der Nagellack einem Finger vor. Wenn Sie geknabbert hat, bleibt er stehen oder geht an ganz schlimmen Tagen einen Schritt zurück. Na ja,  zur Zeit stehen wir mal wieder ganz am Anfang.

Natürlich ist nicht alles schlecht.  Im Gegenteil, BM hat auch jeden Tag viel Spaß. Trotzdem macht es mich sehr traurig, sie dann zwischendurch immer wieder so nervös und unausgeglichen zu sehen. Alles nur eine Phase,  oder?

Donnerstag, 19. Juni 2014

Kinderdisco

Neulich im Auto lief im Radio Teddy erst "Der Flaschengeist" und dann der "Elefantentanz"  von Benjamin Blümchen.  Beide Lieder gefielen BM richtig gut. Zum Elefantentanz feierte sie festgeschnallt wie sie war richtig ab.  Danach erklärte sie mir,  dass PL ihr den Tanz schon mal beigebracht hatte.

Da wir nicht oft Radio hören, verstand BM leider nicht,  dass wir die Lieder nicht beliebig wiederholen konnten. Der anschließende Bock war vorhersehbar.

Nun habe ich beide Lieder gekauft und BM heute damit eine Freude gemacht. BM hat gleich dazu getanzt - ich mit Zwee auf dem Arm auch - und ich bin ein bisschen stolz darauf wie gut sie sich die Abfolgen merken kann. Nachdem ich monatelang nicht mit ihr beim Tanzen war, habe ich letztens sowieso sehr gestaunt, weil BM's Bewegungen längst nicht mehr so tapsig aussehen,  obwohl sie weiterhin die kleinste Tanzmaus ist. Wenn ihr ein Lied gefällt,  kann sie dazu richtig toll abhotten. Für mich als Bewegungsklaus ist das besonders schön anzusehen.

Außer den oben genannten Liedern mag BM zurzeit sehr:

Knall Bumm Knall
Alle Kinder lernen lesen ("Indiaschana und Deneeesen")
Aramsamsam
Turntiger
Maus auf Weltraumreise

Wir Eltern werden täglich Opfer fiesester Ohrwürmer. So hatte ich z. B. während und nach dem Kaiserschnitt unablässig die Zeile "Die Batterie-rie-rie macht Energie-gie-gie"  im Kopf.

Mittwoch, 18. Juni 2014

Abschluss

Heute hatte ich meinen Nachsorgetermin bei der Frauenärztin. Wie ich bereits erwartet hatte war diesmal alles okay. Ich soll am Freitag nur noch mal anrufen und nach meinem aktuellen HB-Wert fragen,  weil der Wert im Krankenhaus so unterirdisch gewesen war. Meine Frauenärztin war erstaunt, dass ich keine Bluttransfusion hatte. Die hatte ich ja abgelehnt, weil mir das irgendwie zu drastisch vorkam.  Kurz bevor ich doch noch zugestimmt hätte,  fing sich mein Kreislauf ja glücklicherweise von allein,  so dass ich endlich schwindelfrei stehen konnte.
Von einer weiteren Schwangerschaft würde  die Ärztin mir eher abraten. Nach der Ausschabung nach BMs Geburt,  die womöglich  auch Ursache für die Placenta Praevia war, und dem Kaiserschnitt ist meine Gebärmutter nun vermutlich schon über die Maßen in Mitleidenschaft gezogen. Nun ja,  unsere Familie ist nun mit BM und Zwee komplett, so dass wir darüber gar nicht weiter nachdenken müssen.

Und ansonsten? Ich hatte die ersten beiden Tage nach dem Kaiserschnitt unglaubliche Schmerzen. Danach hatten zumindest die Nachwehen ein Ende. Es dauerte fast 2 Wochen bis ich bei normalen Bewegungen schmerzfrei war.  Innerhalb ziepte und zuppelte es noch ein paar Wochen. Durch die Schonhaltung nach dem Kaiserschnitt bekam ich wahnsinnige Nackenschmerzen und konnte  meinen Kopf kaum noch bewegen,  so dass ich noch fast zwei weitere Wochen regelmäßig Schmerztabletten nehmen musste. Meine Hebamme tapte meine Schultern,  was vielleicht geholfen hat,  aber erstmal noch mehr weh tat.

Seit das dann irgendwann vorbei war geht es mir ziemlich gut. Ich bin so froh, mich endlich wieder bewegen zu können und zu dürfen. Ich denke,  dass es mir mittelfristig nach dem Kaiserschnitt besser ging als nach BMs Geburt. Mein Beckenboden fühlt  sich jedenfalls okayer an. Ich spüre ihn ganz gut,  was ja schon mal ein gutes Zeichen ist. Ich hatte keine Heultage. Ich erinnere mich noch gut an die grundlosen,  unaufhaltsamen Tränen nach BMs Geburt.

Grundlos musste ich diesmal zwar nicht weinen,  aber ich hadere immer noch sehr mit den Umständen,  trauere um die Schwangerschaft, die ich nicht genießen konnte, um die Geburt, die doch sicherlich viel schneller vonstatten gegangen wäre, um die Möglichkeit, meine Zwee zu gebären. Geboren wurde sie am 4. Mai -  aber eben nicht von mir. Bei allem,  was ich tue,  ist mir immer auch der Weg wichtig,  nicht nur das Ziel. Einer der wichtigsten Wege meines Lebens war nun also mit reichlich Kackehaufen gespickt.
Am schlimmsten sind immer noch die Gedanken daran,  dass meine Zwee in ihren ersten Stunden ganz alleine war und wir ihr danach auch nur Schritt für Schritt die Nähe geben konnten, die sie und auch wir brauchen.

Zurück zum körperlichen Befinden. Das Stillen klappt mittlerweile sehr gut -  vielleicht zu gut,  denn Zwee verweigert bislang jeden Nuckel. Der Milcheinschuss verlief sehr sanft,  überhaupt fühlt es sich eher so an wie bei BM nach einem halben Jahr.  Theoretisch bräuchte ich nicht einmal Stilleinlagen. Als es neulich so heiß war konnte ich sogar nachts ohne Still-BHs schlafen. Bei BM war ständig mindestens eine Brust am explodieren und auslaufen. So weit,  so angenehm.

Da mir noch ca. sechs Wochen Schwangerschaft fehlten,  hatte ich diesnal kaum Wassereinlagerungen. Tatsächlich habe ich wohl mehr echten Speck angesetzt. Sieben Kilo sind noch übrig zum Ausgangsgewicht. Außerdem merke ich immer noch wie sehr meine Muskeln durch das lange Schonen abgebaut wurden. Ich muss unbedingt wieder fitter werden!

Heute hatte ich nun also meine letzte Blutabnahme im Zusammenhang mit dieser Schwangerschaft. Ich bin verdammt froh darüber,  endlich kein Patient mehr zu sein... und trauere trotzdem ein bisschen dem Wie-es-hätte-sein-sollen hinterher.

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PS: Meine Meinung ist ganz klar,  dass ich nie nie nie freiwillig noch mal einen Kaiserschnitt machen lassen würde. BMs Geburt war lang und anstrengend und hat mich an meine Grenzen gebracht,  aber der Schmerz war wirklich sofort vergessen als BM auf meiner Brust lag. Die Tage nach dem Kaiserschnitt waren für mich viel schlimmer,  von Geburtsamnäsie fehlt bislang jede Spur.

Dienstag, 17. Juni 2014

Gegenseitigkeit

Zwee findet ihre große Schwester offenbar genauso toll wie BM ihre Babyschwester. Heute früh auf dem Wickeltisch lächelte Zwee ihre BM jedenfalls in einer Tour an. Ich bekam dann auch noch ein Lächeln als BM und ich gemeinschaftlich das Küsschen-Lied sangen,  aber die Hauptrolle spielte heute definitiv BM.

Zwei Kinder zu haben,  ist soooo schön!

Montag, 16. Juni 2014

Warum...

... verschmiert Schminkfarbe schon 2 Minuten nach dem Auftragen der Deutschlandfahne auf kindliche Wangen und ist 20 Minuten später spurlos verschwunden? Und warum ist die daraufhin nachgemalte Ersatzfahne auch mit heftigen Schrubben nicht von den Wangen zu bekommen?

For the record: Im ersten WM-Spiel hat Deutschland heute Portugal mit 4:0 geschlagen.

BMs hatte heute immer noch Fieber.  Da sie dann auch wieder Kopfweh bekam,  gaben wir ihr Fiebersaft,  so dass sie streckenweise ganz gut drauf war. Während des Fußballspiels war sie gut gelaunt bis überdreht -  featured by Aufputschmittel Ibuprofen. Hoffentlich geht es ihr morgen nachhaltig besser,  zumal ich mit beiden Kindern allein zu Hause sein werde.

Zwee war heute bestens gelaunt. Heute Vormittag war sie lange wach,  staunte mich an,  verfolgte ausdauernd eine Rassel mit Stauneblick und meckerte  ich allzu sehr als ich sie in die ärztlich verordnete Bauchlage brachte. Sie drehte auch ein wenig das Köpfchen hin und her,  fand es dann aber tausend Mal cooler,  dass sie auf die Weise zufällig ihr Händchen anschlecken konnte -  was sie dann auch hingebungsvoll tat.

Am Nachmittag badete ich Zwee mit BM's Hilfe.  Na gut,  BM betröpfelte Zwee u.a. auch ins Gesicht,  was unsere kleine Badenixe dann nicht mehr lustig fand.  Dafür genoss Zwee dann wieder ausgiebig das Trocken föhnen. Die paar Massagegriffe,  an die ich mich erinnern kann,  kamen wieder sehr gut bei ihr an. Zwee war dabei so entspannt,  dass sie vor lauter Wohligsein beinahe eingeschlafen wäre.

So,  nun hoffen wir auf eine ruhigere Nacht. Die letzte bescherte uns nämlich eine halbstündlich wimmernde BM, ein vollgebrochenes Bett im Kinderzimmer, anschließend eine Stunde waches Kind (Hallo,  Ibuprofen! Paracetamol war alle...) in unserem Bett und gleichzeitig knöterndes Baby im Babybay bevor wir dann doch alle noch mal einschlafen konnten -  wobei ich in jeder Hand ein Kinderhändchen hielt. Irgendwie schön,  aber vor allem reichlich unbequem.

Sonntag, 15. Juni 2014

Von himmelhoch jauchzend...

Bis etwa 15 Uhr heute hatten wir ein tolles Wochenende mit viel Familienzeit. Beide Kinder waren zuckersüß und größtenteils gut gelaunt. BM kaute uns die Ohren ab, hatte wieder tolle Spielideen und war sehr lieb zu ihrer kleinen Schwester. Es wurde viel geduscht und gelacht.

Ein Highlight war das gestrige Kaffeetrinken bei unseren Nachbarn. BM hatte sich schon sehr lange gewünscht, mal Ms Zimmer zu sehen. Es war unser erstes richtiges Treffen in  jeweils vollständiger Familienbesetzung, und wir waren richtig überrascht über den guten Draht. Wenn wir uns zuvor beim Kindertanzen trafen,  war der Herr Nachbar immer sehr still. Mit Frau Nachbarin habe ich dort zwar oft geschnackt und auch zu Hause schon einige Tassen Kaffee getrunken, aber wir waren nie über Kinderthemen hinaus gekommen. Überraschenderweise hatten wir uns jedoch wirklich viel zu sagen und plauderten munter zwei Stunden weg. Die Mädels spielten derweil schön miteinander und waren auch nicht allzu garstig zu Ms kleiner Schwester, obwohl sie den Großen oft in die Quere tapste. Danach radelten die Kinder noch im Wendekreis umher, wo sich nach und nach noch mehr Familien ansammelten, die wir bislang gar nicht kannten, weil sie eine Häuserreihe weiter wohnen. Die Zeit verging wie im Fluge bis wir alle auseinander stoben, um den Kindern endlich und ziemlich verspätet das Abendbrot aufzutischen. Also ein voller Erfolg!

Heute kamen dann A aus B und seine Mädels zum Frühstück und wir verbrachten eine  chilligen Vormittag im Garten. Ich lag auf der Hängematte nach einer sehr kurzen (wegen Fußball-WM-Spiel ENG-ITA) und oft unterbrochenen (wegen durstiger Zwee und irgendwie jammeriger BM) Nacht. BM schubste die Hängematte an und sprang laut gackernd mit hinein. Die blauen Flecke,  die ich dabei erlitt, war der Spaß definitiv Wert.

Dann machte BM seit langem mal wieder Mittagsschlaf -  also mit Einschlafen statt nur "Ausruhen"...  und wachte als Häufchen Elend mit Kopfschmerzen und Fieber auf. Als das Ibulrofen wirkte,  blühte sie erstmal wieder auf und wir waren sogar noch im benachbarten Wäldern Verstecken spielen. Keine drei Stunden später waren die Kopfschmerzen jedoch wieder zurück. BM weinte und wimmerte ("aui aui aui aui")  vor Schmerzen und fieberte schnell wieder hoch. Unser armes Mädchen,  das sonst keine Minute still sitzen kann, lag auf der Couch,  wollte nichts machen, nicht gestreichelt werden, kein Lied hören, einfach nur da liegen. Ich bin dann mit ihr ins Bett gegangen, durfte sie weiterhin nicht anfassen - ich tippe auf "Hautschmerzen"  - sie ließ sich kaum beruhigen,  weinte lange bis sie endlich in den Schlaf fand.

Mal sehen wie wir es heute Nacht machen. BM wollte gern bei mir schlafen, aber es bringt ja nichts,  wenn das kranke Kind und das durstige und pupsende Baby sich zusätzlich gegenseitig wach machen. Wir stellen uns jedenfalls auf eine unruhige Nacht ein.

Donnerstag, 12. Juni 2014

U3 statt ET

Heute ist der 12. Juni,  Zwees errechneter Geburtstermin. Tatsächlich ist sie nun schon 1 Monat + 1 Woche + 1 Tag alt. Kaum zu glauben,  dass ich jetzt noch schwanger sein könnte. Aber dazu bei Gelegenheit mal mehr.

Vorgestern war ich mit Zwee zur U3 bei der Kinderärztin. Auf Umwegen,  denn nachdem ich letzte Woche irgendwann zu BMs großer Belustigung an der Kreuzung Richtung Kita vorbeigefahren war und somit den längeren Weg an der Praxis vorbei nehmen musste, fand ich mich diesmal vor der Kita wieder bevor mir einfiel,  dass ich ja eigentlich zum Kinderarzt wollte. Stilldemenz galore.

Dort angekommen mussten wir recht lange warten. Zwee gefiel es nicht so richtig gut, so dass ich sie zweimal Kuschelstillen musste bevor wir dran kamen. Und das bei subtropischen Temperaturen. Zuerst wurde Zwee wie üblich vermessen: Die ist 50 cm groß, hat einen Kopfumfang von  35,5 cm und wiegt stolze 3.330 g. Da haben wir beide uns mit dem Stillen auch wirklich Mühe gegeben.

Im Sprechzimmer angekommen, wurde ich erstmal zur Geburt, der anschließenden Behandlung und Zwees Ernährung interviewt. Die folgende Untersuchung fand mein süßes Baby gar nicht schön. Sie meckerte schon beim Abhorchen und fing beim folgenden Abtasten und Reflexe testen an zu weinen. Die Ärztin brachte es also lieb und zügig über die Bühne,  so dass Zwee es schnell hinter sich hatte.

Das Fazit war: Zwee ist gut und altersgerecht entwickelt,  wobei ihre Frühgeburtlichkeit aber berücksichtigt wurde. Sie ist noch etwas muskelhypoton, hebt und bewegt ihr Köpfchen noch nicht allzu gut, weswegen wir sie nun öfter mal zum "Trainieren" der Nacken- und Schultermuskulatur auf den Bauch legen sollen. 

.... Aber natürlich nicht zum Schlafen. Ähm... Zum Bauchschlafen habe ich dann nichts gesagt, um mir den Vortrag zu ersparen. Wenn Zwee nicht gepuckt ist,  schläft sie nämlich wie ihre Schwester ganz gern auf dem Bauch. Meist findet sie das so gemütlich,  dass sie dann auch eher einschläft als zu "trainieren". Trotzdem habe ich sie gestern und heute dann mal wach und munter auf den Bauch gelegt, was sie nur mäßig toll fand.

Ich sprach Frau Doktor dann noch darauf an,  dass Zwee scheinbar am liebsten nach rechts guckt. Sie untersuchte dann Zwees Kopfbewegungen. Offenbar liegt keine Verspannung vor, Zwee kann das Köpfchen also ohne Schmerzen nach links drehen,  tut es nur nicht so gerne. Bislang gibt es auch keine Verformung am Kopf und somit auch keine Behandlungsdürftigkeit. Wir sollen das beobachten und sie immer mal bewusst auf die linke Seite lagern,  was wir schon tun,  da wir Zwee sowieso immer abwechselnd leicht seitlich hinlegen.

Ich erinnere mich noch daran,  dass damals mit BM bei Babymassage und Babyturnen auch gesagt wurde,  dass Babys manchmal noch nicht so recht wissen,  wo ihre Mitte ist,  weswegen ich ihr Köpfchen beim Wickeln nun immer bewusst in die Mitte drehe und beim Erzählen leicht festhalte.

Ich nahm mein aufgelösten Mädchen endlich wieder in den Arm,  wo sie sich gleich beruhigte.  Dann gab es noch die Impfaufklärung, es wurde besprochen,  dass wir weiterhin Eisentropfen geben sollen und wir sind von Vitamin-D-Fluoretten,  die es im Krankenhaus gab auf reines Vigantoletten ohne Fluor umgestiegen, nicht zuletzt weil Zwees Bäuchlein leicht gebläht war.

Und schwups waren wir wieder draußen. Wir hatten nichts anderes erwartet, weil unsere Zwee ganz offensichtlich gut gedeiht, dennoch war es schön  das auch offiziell mal wieder bestätigt zu bekommen.

Montag, 9. Juni 2014

Sonniges Pfingsten

Dieses Pfingstwochenende wartete mit Temperaturen über 30°C auf.  Wer uns kennt,  weiß,  dass R. und ich eher nicht die Hitzefreunde sind. Doch dieses lange Wochenende war richtig schön.

Am Freitag war BM wie üblich bei Oma und Opa im Wald,  und wir luden uns spontan Abends zum Grillen ein, um den Tag und die Strohwoche entspannt ausklingen zu lassen.

Den Samstag verbrachten wir drei im Garten. BM spielte stundenlang mit zunächst einer kleinen Schüssel Wasser und ihrem Spielzeuggrill und später in der mit Wasser gefüllten Muschel,  ich glaube v.a.  Sauna.  Zwee lag in ihrem Kinderwagen auf der Terrasse und genoss die warmen Temperaturen offensichtlich. Erstmals mussten wir sie auch nicht einmummeln oder pucken. Wir Eltern konnten den Großteil des Tages entspannt herum sitzen.  Nur den Spaziergang durch sengende Hitze zum Supermarkt hätten  wir uns sparen können,  denn die gewünschten Wassermelone waren natürlich längst ausverkauft.

Am Pfingstsonntag schliefen wir alle recht lang,  machten uns in Ruhe fertig und fuhren dann wieder in den Wald,  um den Tag dort zu verbringen. Zwee lag nummehr nur noch mit ejnem Body bekleidet im Kinderwagen,  strampelt und schaute neugierig umher.  BM war wieder bestens gelaunt und spielte den ganzen Tag als Nackidei größtenteils im und um das Planschbecken. Zwischendurch saß sie in Omas Strandkorb und ließ es sich dort mit Keksen gut gehen.

Am heutigen Pfingstmontag waren wir bei meinen Eltern, wo BM auch erst sehr schön mit Platz spielte.  Leider kippte die Stimmung sehr als BM dann einen einstündigen Bock hatte, weil sie partout keine Mittagsruhe halten wollte. Wir waren so genervt,  dass wir schon mit vorzeitiger Abreise drohten als BM gerade noch die Kurve kriegte und somit noch eine Stunde mit Gartenschlauch und diversen Gefäßen spielen und alle nass spritzen durfte. Zu Hause angekommen setzte sich erwartungsgemäß  das Drama vom Mittag mit viel Nöli-popöli fort,  so dass R. und ich jetzt sehr erleichtert sind,  dass sie endlich schläft.

Jetzt chille ich mit meiner frisch gebadeten Zwee auf dem Bauch in meiner Hängematte und möchte mich am liebsten gar nicht mehr vom Fleck bewegen.

Sonntag, 8. Juni 2014

Unterhaltung am Frühstückstisch

Frühstück auf der Terrasse, BM so:

Wenn ich groß bin und Zwee auch groß ist,  dann wollen wir beide mal ganz alleine in den Urlaub fliegen  ohne Mama und Papa.  Aber dann brauchen wir ein Handy damit wir euch jeden Abend anrufen können.
...
Dann müssen wir auch einen Koffer packen und alles schleppen,  aber dann kriegen wir die Tür nicht auf.  Dann müssen wir den kurz abstellen. Wir können den ja auch zusammen tragen.
...
Auf den Hinweis,  dass Kinder nicht alleine in den Urlaub fahren durfen: Aber wenn wir schon so groß sind und in die Klasse gehen, wenn keine Klasse mehr kommt,  dann dürfen wir das? (Alternativ: Wenn ich so groß bin,  dass ich keine Klasse mehr habe)
...
Wohin? Na an die Ostsee. Und was wollt ihr da machen? Wir wollen auf einen Spielplatz gehen. Und wir können doch auch eine Kleckerburg bauen.  Aber dann müssen wir ganz viel Wasser holen,  und wenn die Wellen kommen,  müssen wir ganz schnell wegrennen, (damit) wir nicht nass werden.

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Wir Eltern können uns also auf sturmfreie Bude in ca. 16 Jahren freuen.

Samstag, 7. Juni 2014

Schreistunde

Ich erinnere mich noch gut an BMs abendliche Schreistunden - ein Aspekt am Baby-haben,  den ich nicht vermisst habe.  Bislang hat Zwee Abends nur etwas mehr Unruhe gezeigt,  und Clustertrinken,  welches jedoch oft erst Nachts so richtig losgeht.

Heute nun eine erste abendliche Schreistunde. Brust doof,  keine Brust noch doofer, Nuckel am doofsten. Kuscheln ungemütlich,  Pupse ein Graus. Unsere kleine, zarte Zwee hat eine ganz und gar nicht zarte Stimme,  wenn sie empört und regelrecht verzweifelt brüllt als ginge es um ihr Leben. An der Brust angekommen drückt sie ihr kleines Gesichtchen an mich und klammert sich mit beiden Ärmchen an mir fest. Nur um kurz darauf festzustellen, dass die Brust gerade doch nicht hilft... bei was auch immer.

Nach einem wunderschönen Familientag im Garten mit zwei ganz ausgeglichenen Kindern,  wobei BM stundenlang mit ein bisschen Wasser spielte und uns mit immer neuen Weisheiten erheiterte,  traf Zwees erste Schreistunde dann auch noch auf einen BM-Bock erster Klasse.  Den ganzen Tag hatte BM liebe Dinge zu ihrer kleinen Schwester gesagt und sie bei jeder Gelegenheit geküsst.  Doch dass ich Zwee stillte als BM übermüdet-weil-ohne-Mittagsschlaf dringend meine Hand zum Einschlafen wollte,  führte zu riesigen Gebrüll an der Grenze zum Übergeben. 

Nur gut,  dass R.  wieder zu Hause ist und wir uns zwischen beiden Kindern abwechseln  konnten.  BM ist nun mit R.s Hilfe eingeschlafen,  Zwee kuschelt und schnuffelt noch an meiner Brust.

Donnerstag, 5. Juni 2014

Tagebuchbloggen 5. Juni 2014

Schon ewig nehme ich mir vor, mal beim Tagebuch-Bloggen am 5. des Monats mit zu machen. Also, here goes:

R. ist seit Dienstag Abend bis Freitag früh auf Dienstreise, d.h. ich bin zum ersten Mal längere Zeit alleine mit beiden Kindern.

0 Uhr aufgewacht, weil schlecht geträumt. Erstmal runter nach BM sehen.

1 Uhr. Stillen. Mit großen Augen schaut Zwee mich an und macht eine beachtliche Ladung in die Windel. Also runter zum Wickeln. Zwee ist weiterhin wach, ackert herum und macht lustige Geräusche. Nochmal stillen. Ca. 2 Uhr schlafen wir wieder.

5 Uhr. Stillen.

7:10 Uhr. Ich werde wach. Zwee macht wieder Geräusche, schläft aber noch. Auch unten ist noch alles ruhig. Schnell alleine ins Bad ohne irgendein Kind im Arm. Schaffe es sogar, mir die Haare zu waschen und mich zu schminken. Hoch zum Anziehen. Zwee hat Sehschlitze, ist aber noch ganz zufrieden.

7:50 Uhr. BM wecken. Nein, sie schläft nicht immer so lange. Habe schon Angst, dass sie krank wird, aber kein Fieber oder so. Erst will sie nicht aufstehen, also erstmal noch ein bisschen auf meinem Schoß kuscheln. Ich locke sie ins Bad, indem ich erkläre, dass Zwee so Bummeli sein wird, wenn sie sich jetzt schnell fertig macht. Pullern, Zähne putzen, neues Kleid von Oma+Opa anziehen ohne Nölen. Wow! Als Zwee schon ein bisschen meckert darf ich BM sogar noch ohne Diskussion schnell einen Zopf machen.
Punktlandung. Zwee fängt an zu weinen als wir gerade die Treppe hochgehen. Muss erst noch BMs Guten-Morgen-Kuss über sich ergehen lassen bevor ich sie aus dem Babybay nehme. Sofort Ruhe als sie an meinem Hals kuschelt.

Während ich Zwee frisch mache und anziehe hält BM ihr Händchen und erzählt ihr wie alle Familienmitglieder heißen. Ich bin froh, dass sie es dabei bewenden lässt, denn letztes Mal erklärte sie ihrer kleinen Schwester, dass Mama eine große M.umu und Papa einen großen P.uller.mann hat. BM beschließt, dass sie heute so artig ist wie noch nie. Darum ist sie auch die Goldmarie. Zwee muss die Pechmarie sein, und ich bin Frau Holle, die gerade ein Baby bekommen hat und übrigens auch Goldmaries Mama ist.

BM frühstückt eine Nutellastulle und plappert unentwegt während ich Zwee stille. Es wird schon fast unheimlich als sie dann auch noch ohne Diskussion Hände und Mund waschen geht während ich heimlich eine Messerspitze voll Nutella nasche. Leider kommt BM mit einem komplett nassen Ärmel zurück. Da sie aber die Goldmarie ist, geht sie alleine hoch und holt ein neues T-Shirt. Dieses passt nun zwar nur noch bedingt zum Kleid, aber der Wille zählt.

BM zieht sich weiterhin anstandslos an, zieht Zwee noch ihre dicken Socken über und hilft mir beim Anschnallen.

In der Kita angekommen weiterhin alles prima, nur ihre kleine Schwester will sie nicht her zeigen als eine Rudel Mädchen uns umringt.

9:10 Uhr. Nochmal nach Hause, weil Leergut vergessen. Einkaufen. Feststellen, dass ich tatsächlich den PIN meiner EC-Karte vergessen habe. (War brandneu als ich zum ersten Mal ins KH kam und somit noch noch verinnerlicht. Danach ließ ich das Einkaufen ja erstmal 2 Monate ein.) Punkt für die To-Do-Liste.

Aufgeräumt. Termin mit Arbeit zum Babyvorstellen gemacht. Versucht mit Freundin F. zu telefonieren, sitzt aber beim Arzt. Frühstück. Ja, Nutella.

11 Uhr. Zwee schläft übrigens immer noch in der Autoschale. Eine Folge Dr. Who gucken.

11:40 Uhr. Stillen. Zwee schläft auf meiner Brust weiter und macht süße Schnarchgeräusche. Derweil mit dem Handy gedaddelt. Candycrush 245 immer noch nicht geschafft. Ersten Spieltag der WM in der Tipprunde getippt. Bei den Bonusfragen werde ich mich dann wohl mal wieder outen: Keine Ahnung, welche Länder im welcher Gruppe sind. Wahrscheinlich habe ich 4 Länder aus derselben Gruppe ins Halbfinale getippt.

12:30 Uhr. Hebamme kommt zum Wiegen. 3.200g zeigt die Waage. Davon müssen Windel und Wiegebeutel abgezogen werden. Leider weiß sie nicht wie viel das ausmacht, aber Zwee dürfte so zwischen 3.000g und 3.100g wiegen. Genau werden wir es nächste Woche bei der U3 erfahren. Jedenfalls ist Zwee wohl genährt, was man ihr ja auch ansieht. Das war erstmal der letzte Hebammenbesuch. Passt auch, wir haben eh kaum Fragen und auch keinen besonderen Draht zu ihr.

13:00 Uhr. Kurz zur Beruhigung stillen, weil Zwee es gar nicht toll fand, dass ich sie zum Wiegen weckte und auszog. Zwee hält meinen BH ganz fest. Ich nehme das als Zeichen, dass ich noch ein bisschen weiter chillen sollte. Na gut. Dr. Who-Folge The Empty Child ist verdammt gruselig.

Maniküre, Pediküre.

15:30 Uhr. Anruf von Vati: Er ist mit BM und PL 300m Luftlinie entfernt im Park. Blumen werden dort gepflückt und trotz Eis zum Vesper muss noch gesnackt werden. Mutti kommt von der Arbeit, wir trinken einen Kaffee und werten dies und das aus. Zwee liegt zwischen uns auf dem Sofa und muss aufpassen, dass Oma sie vor lauter Niedlichkeit nicht aufnascht. Dann geht sie in den Park, um noch ein bisschen Zeit mit den "Großen" zu verbringen. Ich räume derweil noch ein bisschen rum -  Hausfrauendings.

Eltern kommen mit den Mädels nach Hause. Diese sagen, dass sie Blumen gießen wollen und nehmen dazu eine Trinkflasche von BM. In Wirklichkeit machen sie sich aber mit dem Wasser eine Schlittschuhbahn auf der Terrasse. Blöde Idee, aber zum Glück keine Unfälle. Kurzer Zank auf dem Klettergerüst, wie immer. Verabschiedung.

Abendbrot verläuft einvernehmlich. Wir bringen noch die Mülltonne zur Straße, treffen eine Nachbarin, die ebenfalls Anfang Mai geboren ist. Der Zweijährige Bruder rennt los - bis über die Straße. BM und ich sind entsetzt.

Mit Zwee im Tragetuch BM zu Schlafanzug und Zähne putzen überredet. BM will Zwee ein Geheimnis zuflüstern, ich höre es dennoch: "Zwee, du bist meine Freundin und ich hab dich lieb."

Dann ist Zwee dran, verschläft aber den Größtenteil der Wickel- und Schlafanzug Aktion während BM ihre Hand hält. Dann fängt sie doch noch an zu schreien, muss sofort an die Brust. Wir drei gehen ins Schlafzimmer, BM spielt Farmfriends (sehr empfehlenswert!) auf dem Tablet, ich stille Zwee. Leider rechts, wo die Brustwarze etwas wund ist.

20:10 Uhr. Zwee im Bett. Mit BM in deren Bett kuschelnd das Jahreszeiten-Buch von Conni angucken und zweimal alle Monate mit den zugehörigen Geburtstagen durchsprechen. 3x zudecken, mindestens 5x Gute Nacht sagen.

20:50 Uhr. Nach unten gehen, heimlich ein Eis am Stiel naschen. BM ruft, dass sie Bauchschmerzen hat und auf Toilette muss. Gehe hoch und treffe sie auf Toilette ohne Hose an. Zurück ins Bett. Nochmal zudecken. BM wundert sich, dass mein Küsschen so kalt ist (Eis. Ähm, mein Kind ist ein Fuchs!) Igel suchen. Runter gehen. BM ruft, dass sie immer noch Bauchschmerzen hat und nicht schlafen kann (obwohl sie noch nicht eine Sekunde still gelegen hat).

Spuren vom Abendessen beseitigen. TV durchzappen, nichts Sehenswertes finden. Noch eine Folge Dr. Who. Dabei immer wieder diverse gerufene Informationen von BM erhalten.

21:40 Uhr. Ruhe im Kinderzimmer. Ich gehe hoch, flüsterte BM mein Sprüchlein ins Ohr uns gebe ihr einen Gute-Nacht-Kuss.

22:00 Uhr. Liege nun auch im Bett, schreibe Nachrichten an R., lese noch im Kindle (Mount Dragon, Preston & Child) bis ich einschlafe. Lege den Kindle mit letzter Kraft weg.

23:00 Uhr. Ich werde von verdächtigen Windel Geräuschen geweckt. Wickeln. Stillen. Gleiche Buchseite von vorher noch mal lesen. Schluckauf-geplagtes Baby schaut mich mit großen Augen an und kämpft mit weiteren Pupse. Wir kuscheln Gesicht an Gesicht bis Zwee um 0:20 Uhr endlich wieder schläft.

Mittwoch, 4. Juni 2014

1 Monat Zwee

Einen Monat ist unser kleinstes Familienmitglied nun schon alt. Seit dreieinhalb Wochen ist Zwee bei uns zu Hause.

Sehr viel hat sich verändert, Zwee ist längst nicht mehr das allzeit schläfrige Neugeborene, das - wenn überhaupt - nur zum Trinken freiwillig wach wurde. Sie ist immer noch ein sehr ruhiges Baby, schreit eigentlich nur, wenn die Milchbar mal nicht schnell genug in Andocknähe kommt oder wenn sie pullern muss. Beim großen Geschäft knötert und jammert sie, aber kurz vorm Pullern weint sie schrill - wahrscheinlich, weil die Blase drückt und sie noch nicht ganz dahinter gekommen ist, wie sie dem Abhilfe schaffen kann. Zwee pullern gern an der frischen Luft, d.h. wir konnten jetzt schon mehrfach beobachten wie sie erst ganz verzweifelt weint und dann in dem Moment, wo es endlich losgeht, gleich ganz selig und zufrieden schaut.

Den 24h-Stunden-Rhythmus hat Zwee noch nicht verinnerlicht. Die Tage und Nächte sind immer noch sehr unterschiedlich. Mal verschläft sie den ganzen Tag, einige Tage war sie aber nur durch kurze Schläfchen unterbrochen fast komplett wach. Die Nächte richten sich nicht immer nach den Wachstunden am Tag und sind somit auch häufig eine Überraschung. Von sechs Stunden durchschlafen bis stündlich stillen und dazwischen ningeln war alles schon dabei. Da ich immer noch nicht gelernt habe, wie man bequem im Liegen stillt, hatte ich so auch schon eine Handvoll sehr grauer Nächte. Hinzu kommen die typischen Neugeborenen-Quietsch-Knarz-Schlafgeräusche, die uns am Schlafen hindern, auch wenn Zwee schläft.  Grundsätzlich will Zwee bislang immer noch deutlich seltener trinken als ich es von BM gewohnt war. Die 3-Stunden-Abstände aus dem Krankenhaus sind immer noch die Regel.

Wenn Zwee wach ist, schaut sie schon recht aufmerksam. Auf dem Wickeltisch kann man schon richtig lange mit ihr "erzählen und spielen". Sie folgt unseren Gesichtern oder Gegenständen kurz mit den Augen, schafft es aber meistens noch nicht, den Kopf mitzudrehen. In der Bauchlage kann sie unter einigen Anstrengungen und Gemecker das Köpfchen von einer Seite zur anderen drehen. Das konnte sie allerdings schon fast von Anfang an.

Vorgestern hat Zwee mich ganz zaghaft angelächelt. Ich glaube nicht, dass das ein reines Engelslächeln war, weil sie richtig wach war und mich gespannt ansah.

Anfänglich haben wir Zwee fast die ganze Zeit gepuckt. Sie beruhigt sich so sehr gut und scheint sich wohlzufühlen. Außerdem werden die Händchen so nicht kalt. Seit ein paar Tagen pucken wir sie hauptsächlich Nachts, in der Hoffnung, dass ihr bewusst wird, dass Nachts nichts los ist und sie auch einfach schlafen kann. Seit einer Woche geht sie Abends vor uns ins Bett. Zuvor war sie Abends einfach bei ins im Wohnzimmer bis wir auch schlafen gingen. Jetzt wird sie ungefähr gleichzeitig mit BM bettfertig gemacht. Ich nehme sie mit nach oben, stille sie noch mal und pucke sie ein und lege sie ins Babybay. Manchmal ist sie dann noch ein Weilchen wach, manchmal schläft sie schon beim Stillen ein.

Immer wieder hören wir, dass Zwee ihrer großen Schwester BM sehr ähnlich sähe. Ich finde das zwar eigentlich gar nicht, aber es stecken ja schließlich die gleichen Gene in ihr. Jedenfalls sieht sie jetzt schon ganz anders aus, die Bäckchen füllen sich und sie sieht schon viel glatter und "fertiger" aus. Die Augen werden heller und ich vermute, dass sie blau wie die von R. und BM werden.

Größe 50 passt jetzt wie angegossen und das erste Erstlingsmützchen ist schon zu klein geworden. Die Beinchen füllen sich langsam mit Speck und sehen nicht mehr ganz so mager aus. Liegt Zwee auf der Seite, hängt das untere Bäckchen schon ein bisschen. Wir sind jetzt fast komplett weg von den Stillhütchen, letzte Nacht benutzte ich nur einmal eines, weil meine rechte Br.ustwarze ein bisschen wund ist.

For the record: Der Nabschnurrest ist am 29. Mai endlich abgefallen. Der Bauchnabel war dann erstmal noch sehr nach außen gewölbt, so dass die Hebamme einen Nabelbruch vermutete, aber jetzt hat er sich schon zur Hälfte mach innen gezogen, wo er hingehört, so dass das hoffentlich nicht der Fall ist.

BM habe ich ja erst ab dem vierten Lebensmonat richtig viel getragen, nachdem wir die Manduca gekauft hatten. Diesmal haben wir ein elastisches Tragetuch. Kurz umher laufen, dabei das Bienenlied und das Schaukellied singen und schon schläft Zwee friedlich und mittlerweile auch ziemlich ausdauernd im Tragetuch. Ich darf mich dann nur nicht zu bequem zurück lehnen.

Am Donnerstag kommt die Hebamme wahrscheinlich zum letzten Mal, um Zwee zu wiegen. Ich glaube, dass sie ihr Geburtsgewicht nun nicht nur wieder erlangt sondern um einiges überschritten hat. Gestern waren wir mit ihr beim Hüftultraschall, wobei erneut bestätigt wurde, dass ihre Hüfte absolut in Ordnung ist, nachdem der Ultraschall im Krankenhaus im Rahmen der U2 auch schon positiv verlaufen war.

So, man soll ja schlafen, wenn das Baby schläft. Da BM es nun auch geschafft hat einzuschlafen, werde ich mich jetzt mal ins Bett begeben.

Dienstag, 3. Juni 2014

Strohwitwe...

... bis Freitag früh allein mit beiden Kindern. Ich würde lügen, wenn ich sagte, dass ich dem komplett gelassen entgegen sehe, aber - Tschakka! - es wird schon gut gehen.

Als Zwee gerade 5 Tage zu Hause war, überstand ich einen Tag allein mit beiden schließlich auch. BM hatte Ringelröteln. Es ging ihr gut und sie hätte sogar in die Kits gedurft. Allerdings benötigten wir dazu eine ärztliche Bescheinigung, die ich mir mit Zwee im Schlepptau aber nicht holen wollte.

Es ging auch fast gut... bis ich Zwee stillen wollte und BM einen Rieseneifersuchtsbock bekam, weil ich ja NIE mit ihr so im Arm kuscheln würde. Natürlich kompletter Humbug. Natürlich trotzdem total verständlich. Am Ende brüllten beide Kinder und mir standen Tränen in den Augen...

Wenig später kam meine Hebamme. Ich kann kaum so ausgesehen haben als hätte ich alles im Griff wie ich das so in der Tür stand mit verheultem Kleinkind an der Hand und unzufriedenem, weil nicht ganz sattem Säugling im Arm.

Aber wir sind ja jetzt schon knapp 3 Wochen weiter...

Freitag, 30. Mai 2014

Wieder stillen

Nachdem ich BM mit knapp 11 Monaten das letzte Mal gestillt hatte, war ich zwar kurz traurig, aber eigentlich sehr froh, meinen Körper wieder gänzlich für mich zu haben und endlich die Still-BHs in eine Kiste verbannen zu können.

Und doch war ich froh über die Kiste und das Wissen, dass wir noch ein zweites Kind wollten und ich das somit noch einmal erleben können würde.

Damals schrieb ich, dass ich nie vergessen würde wie meine BM an der Brust ausgesehen hat. Fast drei Jahre später ist dieses Bild vor meinen geistigen Auge so scharf wie eh und je.

Nun trinkt hier gerade meine Zwee und sieht dabei genauso wunderschön und doch komplett anders aus als ihre große Schwester. Es erscheint mir wieder wie ein Wunder, dass die Natur das so gut eingerichtet hat.

Mittlerweile sind wir auch fast komplett weg von den Stillhütchen. Ich glaube, letzte Nacht habe ich nur einmal mit Hut gestillt, weil Zwee zwar quengelte, aber ich ihren Durst falsch eingeschätzt hatte. Sie schlief daher die Brust direkt an. Da ich nun schon mal in Position saß, wollte ich es uns ein bisschen leichter machen... äh, und nicht 20 Minuten später mit echtem Durst erneut geweckt werden.

Mittwoch, 28. Mai 2014

Sport frei!

... na ja, zumindest sollte ich wohl mal mit einem bisschen Beckenbodendingsda anfangen (s.u.).

Die Narbe ist äußerlich ganz gut verheilt, nur stellenweise noch ein bisschen gnubbelig. Innerlich merke ich schon noch, dass da an mir herum geschnippelt wurde. Husten und Niesen tun noch ein bisschen weh und es spannt irgendwie diagonal von oben rechts nach unten links. Oder so. Genau kann ich es eigentlich nicht orten. Ach ja, und die Haut um die Narbe herum und - seltsamerweise - an der linken Pobacke ist taub, fühlt sich aber gleichzeitig unangenehm wund an, wenn ich darüber streiche. Aber der Kaiserschnitt ist ja auch erst 24 Tage her. Ich nehme an, dass das demnächst noch besser wird.

Positiv ist, dass mein Beckenboden nicht ganz so mitgenommen scheint wie nach BMs Geburt. Keine Ahnung, ob das ist, weil mir noch 6 Wochen Schwangerschaft mit nach unten drückenden Babykopf fehlten oder aber weil Zwee einen anderen Ausgang genommen hat. Jedenfalls kann ich diesmal gleichzeitig laufen und lachen ohne Angst um meine Blase haben zu müssen.

So, ich geh dann mal meinen Beckenboden visualisieren.

Luxusmorgen

Im Allgemeinen sind wir seit einem halben Jahr schon sehr zufrieden mit BMs Schlaf. Sie schläft zwar immer noch recht spät ein - oft erst nach 21:30 Uhr - aber dafür in aller Regel alleine und ohne Theater (außer noch mal pullern, ordentlich zudecken lassen, lauthals singen, mit Kuscheltieren spielen... aber zumindest meistens ohne Nölen).

Morgens ruft sie dann meist nach mir, was immer wieder zu schiefen Haussegen führt, wenn dann R. statt ich ihrem Ruf folgt, zumal das in den letzten Monaten oft gar nicht anders ging. Wenn sie gut gelaunt ist, ruft sie nach uns beiden und nimmt, was sie kriegt. Ganz selten kommt sie auch mal alleine zu uns hoch.

Seit ewigen Zeiten sagen wie ihr nun schon, dass sie ja einfach aufstehen und spielen kann. Aus unerfindlichen Gründen sagt sie dann, dass sie das nicht macht, um keinen Ärger zu bekommen. Häh? Wir haben jedenfalls noch Ärger angedroht - im Gegenteil, wir wünschen uns das schließlich.

Heute morgen nun geschah ein weiteres Wunder in BMs epischer Schlafgeschichte. Sie wachte auf und rief nach oben, dass sie heute nun alles alleine machen wolle, was man Morgens so machen muss. Gesagt getan: BM war ohne Nölen (klar, sie würde sich ja nicht selbst anzicken) auf Toilette, putzte ihre Zähne, suchte sich ein Outfit aus (vielleicht einen Tick zu warm) und zog sich an. Als ich dann herunter kam, fragte sie ganz höflich, ob ich ihr mit dem Gürtel helfen könne.

Sie kann all das alleine und macht es auch oft genug, jedoch in der Regel nur nachdem wir sie x Mal aufgefordert haben und nicht selten unter Wuttränen, weil sie dazu eben keine Lust hat.

Die kleine Schwester hingegen schlief heute wieder bis nach 9 Uhr, so dass ich in Ruhe BM zur Kita bringen konnte während R. des Babys Schlaf bewachte.

Sonntag, 25. Mai 2014

Wach

Zwee war gerade über anderthalb Stunden wach, hat während dessen drei Mal reichlich getrunken (davon einmal ohne Hütchen) und zwischendurch mal auf dem Arm, mal im Körbchen zufrieden umher geschaut. Die dritte Milchmahlzeit hat sie nun ausgeknockt - Sie schläft und engelslächelt dabei meine Brust an.

Da hatte wohl jemand heimlich einen Schub.

Zwee schläft weiterhin sehr viel und nicht selten über vier Stunden am Stück. Dann wecken wir sie manchmal, weil wir ja noch auf ihre Gewichtszunahme achten sollen. Zwischendurch ist sie aber jetzt immer richtig wach. Dann räkelt sie sich gerne auf dem Wickeltisch unter dem Heizstrahler. Recken und strecken und dabei immer mal in komische Positionen kugeln. Diese Neugeborenenbewegungen sind einfach zu süß anzusehen. 

Samstag, 24. Mai 2014

Naschi-Logik

BMs Lieblingsessen ist - nach eigener Aussage - zur Zeit Naschi. Davon sind wir natürlich wenig begeistert und erklären ihr dann immer, welche Sachen auf ihrem Teller Vitamine haben. Daraus ergeben sich immer wieder allerhand langatmige Geschichten und Erklärungen ihrerseits.

"Ich hab schon ein Stück Kakika gegessen. Da war auch ein Nemin drin, das hab ich gemerkt!"

Und heute anhand eines Tütchens mit Gummibärchen. (Sie soll immer nur eins nach dem anderen essen und nicht mehrere gleichzeitig verschlingen.)

"Ich ess auch immer nur eins. Aber wenn nur noch zwei da sind, ess ich die zusammen, damit nicht einer alleine ist."

Donnerstag, 22. Mai 2014

37+0 SSW

Wäre Zwee noch im Bauch, wäre sie heute rechnerisch kein Frühchen mehr gewesen. Tatsächlich hatte man uns nahe gelegt, heute einen geplanten Kaiserschnitt durchzuführen. Vielleicht läge Zwee dann jetzt bei uns im Familienzimmer auf meiner Brust. Hätte, könnte, wenn....

Tatsächlich ist unser kleinstes Familienmitglied schon 18 Tage alt. Auch wenn sie immer noch sehr viel schläft, so ist sie nun zwischendurch auch schon mal recht ausdauernd wach und schaut umher. Die Augen flackern und schielen auch nicht mehr ganz so wahllos umher wie bei ganz frischen Neugeborenen. Direkt um die Pupille herum sind Zwees Augen schon ein bisschen heller geworden, d.h. meine Gene haben sich wohl nur bei der Haarfarbe, aber nicht bei der Augenfarbe durchgesetzt. Mal sehen, ob Zwees Augen auch so blau wie die von R. und BM werden oder aber eine Mischfarbe annehmen.

Zwee ist auch schon ein klitzekleines Bisschen pummeliger geworden. Leider hat ja die Waage im Krankenhaus gesponnen, so dass wir kein richtiges Emtlassungsgewicht haben. Die Hebamme hat erst einige Male angezogen gewogen und dann mit Windel, wobei sie aber jedes Mal unterschiedlich viel dafür angezogen hat. Eigentlich wissen wir also nicht so genau, wieviel Zwee eigentlich wiegt, sie ist aber anscheinend gut auf dem Weg zum Geburtsgewicht. Größe 50 passt ihr jetzt sehr gut.

Generell ist Zwee ein richtiges Anfängerbaby (oder wir sind diesmal einfach viel gelassener als bei BM). Sie schläft viel, so dass ich mich zwischendurch schon mal etwas faul und nutzlos fühle, weil ich nichts für sie tun kann/muss. Am besten und mit den längsten Intervallen schläft sie ab ca. 4 Uhr morgens bis in den frühen Nachmittag. Am wachsten ist sie leider-leider so ab 23 Uhr. Das deckt sich übrigens auch mit ihren Zappelzeiten als sie noch in meinem Bauch war.

Vielleicht liegt es daran, dass sie noch ein bisschen Bauchruhe nachholt, bislang scheint sie jedoch ein ruhiges Gemüt zu haben (obgleich sie im Bauch nicht weniger aktiv war als ihre quirlige Schwester). Sie schreit eigentlich fast nie - nur wenn der Hunger-Hunger-Hunger sie plagt oder ein Pups nicht ganz so locker rauskommt. Mittlerweile zeigt sie auch, wenn sie Hunger hat, indem sie den typischen, suchenden Schiefmund macht. Sie trinkt weiterhin hauptsächlich mit Stillhütchen. Ohne geht es nur dann manchmal, wenn sie so richtig munter und hungrig ist.

Zwei Kinderwagenausflüge hat Zwee teils wach, teils schlafend sehr zufrieden mitgemacht. Und - für uns fast unglaublich - man kann sie wach ins Bettchen legen und sie schläft dann einfach irgendwann ein, wenn sie genug geguckt oder geackert hat.

Zwee, wir sind unendlich froh, dass du endlich so richtig bei uns bist und unsere kleine Familie komplett machst.

Samstag, 17. Mai 2014

Dieses...

... zarte "häh häh häh häh", wenn Zwee nach der Brust sucht, lässt mich stets auf's Neue dahin schmelzen.

Überhaupt hat sie noch ein ziemlich kleines Stimmchen. BM war im Vergleich zu anderen Babys auch eher leise und hat sowieso - mal abgesehen von der allabendlichen Schreistunde - selten wirklich geschrien. Mal sehen, ob sich das bei Zwee noch ändert, wenn sie ein bisschen größer ist. Jetzt ist sie ja e-i-g-e-n-t-l-i-c-h noch im Bauch und lässt sich kaum aus der Ruhe bringen. Und wenn doch ist ihr Schreien eher so ein Quietsch-Fiepen. Jedenfalls ist ihr Ruf schon jetzt unverwechselbar.

Mittwoch, 14. Mai 2014

Herausforderungen einer Zweifachmama - Teil 1

... von vermutlich Hunderten...

Wenn BM schon fast schläft, versuchen die knöternde Zwee zu beruhigen, weil die Pupse sie ärgern... Dann von oben das charakteristisch knallende Geräusch von kindlichem Körperteil auf dem Rausfallschutz des Bettes hören, augenblicklich gefolgt von Schmerzensgeschrei.

... Zwee im Stubenwagen abgelegt, hoch geflitzt, BMs Bein gepustet, Hand gehalten.

Und dann hört BM ihre kleine Schwester "jammern", ich erkläre, dass Zwee mal kackern muss, und werde großzügig von BM runter geschickt, um mich um Zwee kümmern zu können. Eigentlich sollte ich dann nochmal wieder kommen und ihre Hand halten. Tat ich auch, aber mein großes Mädchen schlief dann schon.

Es dauerte wohl doch etwas zu lange bis ich Zwees Bäuchlein massiert, den Po gesäubert, mir auf die Hand kackern gelassen  und zu guter Letzt noch die Wickelunterlage durchnässt bekommen hatte. Mädel, du brauchst mich gar nicht so unschuldig anschielen!

Regenschirmprinzip, das

Zwee wurde auf der Neo erst anderthalb Tage mit einer Magensonde ernährt. Diese wurschtelte sie sich dann in der zweiten Nacht halb heraus, so dass sie kurzerhand gezogen wurde. Von da an gaben wir ihr abgepumpte Muttermilch mit der Flasche. So richtig bekam sie den Dreh nicht heraus, was wohl zum Großteil daran lag, dass sie als Frühchen noch keinen richtigen Saugreflex hatte. Überhaupt meldete sie sich nicht und "suchte" auch kaum, so dass wie sie wecken und mit viel Geduld ein paar Tropfen einflößen mussten.

An ihrem 4. Abend um 23:30 Uhr versuchte ich es erstmals mit Stillen. Mit viel Geduld und Hilfe einer Säuglingsschwester der alten Schule trank sie eine halbe Brust und dann noch ihr Fläschchen leer. Bei der 4-Uhr-Runde schaffte sie dann beide Seiten - allerdings mit Stillhütchen. Ich bin sehr froh, dass ich die Hilfe hatte, denn die anderen Schwestern auf der Neo sind eher auf die Babys als auf die Mamas bzw. das Stillen spezialisiert, und BM war ja vom 2. Tag an ein Naturtalent an der Brust.

Danach hat BM kein Fläschchen mehr gesehen sondern wurde fortan nur noch gestillt.

Nun zum Regenschirmprinzip:

Sicherheitshalber organisierten wir von meiner F. noch eine Milchpumpe für Zuhause. Für den Fall der Fälle, dass Zwee doch mal zu schlappi zum Stillen ist oder nicht gut zunimmt. Bislang - toi toi toi - gab es jedoch keinen Bedarf.

Das Stillen mit Stillhütchen nervt mich ziemlich. Ständig läuft was an der Seite heraus. Ich kann damit nicht im Dunkeln stillen, weil ich mich immer erst ordentlich präparieren muss, damit wir nicht beide in Milch gebadet werden. Außerdem sind zwei vorhandene Stillhütchen für drei Etagen Haus eindeutig zu wenig. Es ist wie verhext: Nie liegt eins da, wo ich gerade stillen möchte.

Also bestellte ich noch ein Paar, welches der Postbote heute brachte. UND: Zwee hat gerade einwandfrei ohne Hütchen getrunken. Das hatten wir zwar vorgestern auch schon einmal, aber ich hoffe, dass wir es auch hier mit dem klassischen Regenschirmprinzip zu tun haben - hast du einen Schirm dabei, wird es nicht regnen und vice versa. Die neuen Stillhütchen wären jedenfalls ein Fehlkauf, den ich liebend gern getätigt hätte.

Sonntag, 11. Mai 2014

Optische Täuschung

Seit ich BM nach Zwees Geburt zum ersten Mal wieder sah, kommt sie mir riesig vor. Gesicht, Augen, Hände, einfach alles.  Dabei ist sie doch selber noch so klein!

Viele hatten mich vorgewarnt, aber so richtig konnte ich es mir nicht vorstellen. Ich hatte angenommen, dass Zwee winzig wirken würde. Tatsächlich kommt sie mir jetzt wie Standard-Kinder-Größe vor und BM wie eine "Riesin".

Samstag, 10. Mai 2014

Endlich zu viert

Heute durfte ich meinen Muttertag vorzeitig feiern. Wir durften unsere Zwee mit nach Hause nehmen, wo sie ganz lieb von ihrer stolzen großen Schwester begrüßt und abgeküsst wurde. 
Wir machten einen ersten kleinen Spaziergang mit BM auf dem Laufrad und Zwee im Kinderwagen. Dann ging BM immer wieder zu Zwees Stubenwagen, um sie noch einmal anzusehen. Außerdem wurde viel gelacht, weil BM ein paar tollen Blüten heraus haute:
"Weißt du was ich am süßesten finde? Das kleine, kleine Ohr. Und die kleine Nase. Und die Bäckchen."
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Beim Wickeln.
BM: "Ich will die Kacka weg machen."
Wir: "Aber Zwee hat doch gar nicht gekackert."
So ging das eine Weile hin und her bevor wir schnallten, das BM den Nabelschnurrest meinte.
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R. aus dem Gespräch heraus zu mir: "Ich nehm dich mit auf eine Reise."
BM: "Und wer passt auf die Kinder auf?!?

Freitag, 9. Mai 2014

Geburtsbericht Zwee

R. ist gerade nach Hause gefahren, weil heute Abend Zwees Pinkelparty steigt. Ich sitze nun in meinem "Begleit-Mutti-Zimmer" und möchte langsam mal anfangen, die Erlebnisse der letzten 6 Tage aufzuschreiben - angefangen natürlich mit Zwees Geburt.

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Letzte Woche hatte ich ein paar Tage lang Übungs-/ Senkwehen. Der Bauch wurde ständig hart und gelegentlich war es sogar ein bisschen schmerzhaft. Ich fand es recht ermutigend, dass dabei erstmal keine weiteren Blutungen auftraten, und schonte mich ausgiebig. Am Samstag verlebten R., BM und ich einen schönen Familientag zu dritt, den R. und ich am Abend gemütlich zu zweit ausklingen ließen. In der Nacht drehte ich alle 1 - 2 Stunden meine üblichen Runden: Toilette, BM zudecken, wieder zurück ins Bett - zuletzt gegen 5 Uhr früh - ohne irgendwelchen Auffälligkeiten. 

Ich träumte dann, dass K mit H ihr Kind bekommt und ich aus irgendeinem Grund bei der Geburt dabei war. Als ich langsam wach wurde, spürte ich ein vertrautes Gefühl zwischen den Beinen. Ich hoffte, dass ich mich irrte, doch ein Blick zeigte Blut auf meinem Zwischen-die-Beine-klemm-Kissen. 

Um 6:23 Uhr (laut R.) weckte ich R. mit den Worten "Ich blute wieder!"

Erstmal war ich noch gar nicht allzu aufgeregt, ich wollte erstmal zur Toilette und mir die Bescherung ansehen. Da lief es mir schon die Beine hinab, die Schlafanzughose war gleich rot verfärbt und in die Toilette sprudelte es richtig. Nun wurde mir doch gleich ganz anders, so dass ich R. zurief, dass er doch gleich den Rettungswagen rufen müsse. Flink bastelte ich mir noch meine Kontaktlinsen in die Augen und legte mich auf die Couch. 

Diesmal mussten wir ein kleines Weilchen warten bis der Rettungswagen kam. Während dessen lief R. noch umher, holte meine Notfalltasche, die ich ein paar Tage zuvor endlich gepackt hatte, und noch ein paar weitere Kleinigkeiten. Endlich kam der Rettungswagen und wenig später auch der Wagen mit der Ärztin. Wie schon zuvor konnten sie nicht viel tun als mir einen Zugang zu legen, mich an einen Tropf mit Kochsalzlösung zu hängen und mitzunehmen. Vor allem hatten sie keinerlei Möglichkeit abzuhorchen, ob Zwees Herzchen schlägt. Diesmal war sie nämlich nicht so rücksichtsvoll, mich mit regelmäßigen Tritten zu beruhigen, sondern blieb fürchterlich still. BM war zwischenzeitlich aufgewacht und R. brachte sie herunter damit ich ihr ein Abschiedsküsschen geben konnte während wir gute Miene zu bösem Spiel machten. Es war mir sehr wichtig sie noch einmal zu sehen und mich ordentlich zu verabschieden, weil ich in dem Moment schon große Angst um Zwee und mich hatte. 

Nachdem wie beim letzten Mal das Navi nicht so recht funktionierte und es somit gefühlte Ewigkeiten dauerte bis der Rettungswagen endlich los fuhr, brausten wir mit Blaulicht davon. Da es weiterhin zwischen meinen Beinen sprudelte schaute die Notärztin noch einmal nach und meinte, dass es aussieht als ob nicht nur Blut sondern auch Fruchtwasser austritt und dass es deshalb soviel Flüssigkeit ist. Ich ließ mir dann mal das Datum verraten für den Fall, dass dies Zwees Geburtstag würde. 

Im Krankenhaus angekommen begrüßte mich die bereits vertraute Hebamme Kathrin. Endlich, endlich setzte sie das CTG an meinen Bauch und fand auch sogleich Zwees kräftig schlagendes Herz. Ich war so unendlich erleichtert! Nach einem kurzen Blick auf meine Hose befand sie auch gleich, dass das nicht nur Blut (laut Arztbericht war es tatsächlich wieder nur unterregelstarke Blutung) sondern vor allem Fruchtwasser heraus lief. Obwohl Zwee erst bei 34+3 SSW war beruhigte mich diese Aussage erstmal - zumindest waren wir beide nicht am verbluten. Das CTG zeigte wohl auch schon ordentliche Wehen an, die ich aber in der Aufregung kaum spürte. 

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Währenddessen rief R. bei meinen Eltern an, damit sie BM übernehmen und er ins Krankenhaus fahren konnte. Leider war mein Vati am Abend zuvor beim Boxen gewesen und erst um 5 Uhr (ähm... alkoholisiert) ins Bett gekommen. Als meine Mutti versuchte ihn zu wecken war sein einziger Kommentar: "Tatütata". Im Nachhinein sehr, sehr lustig. :-) Mutti kam also mit dem Taxi zu uns nach Hause, um auf BM aufzupassen. 

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Als ich R. anrief, um ihm die - für mich recht ermutigende - Neuigkeit vom Nicht-Blut-sondern-Fruchtwasser mitzuteilen, war er gerade auf halber Strecke ins Krankenhaus und fand die Nachricht eher aufregend. Vermutlich ist er danach wie ein Henker gefahren. 

Während ich noch mit ihm telefonierte trat der diensthabende Arzt ein - einer der wenigen, die ich bislang noch nicht kannte. Als ich aufgelegt hatte, eröffnete er mir, dass man Zwee nun recht zügig entbinden wolle. Ich wurde ein wenig panisch und erinnerte an unsere bisherige Geburtsplanung und dass wir ja eigentlich noch einmal nachsehen wollten, ob nicht doch eine spontane Geburt möglich wäre. Er war wirklich sehr freundlich und machte schnell einen Ultraschall, um sich den Muttermund anzusehen, sagte dann jedoch recht schnell, dass aus seiner Sicht die Plazenta weiterhin zu dicht und wulstig am Muttermund wäre und dass er die Risiken einer spontanen Geburt für zu hoch einschätzt. Er empfahl also eindringlich den Kaiserschnitt. Niemals würde ich mein Baby gefährden wollen, also stimmte ich zu - worauf hin er mir eröffnete, dass die Operation dann innerhalb der nächsten halben Stunde erfolgen würde! 

Ich weiß nicht, womit ich gerechnet hatte, aber das war ein ziemlicher Schock, so dass ich von da an eigentlich so ziemlich auf Automodus lief und kaum einen Gedanken fassen konnte. Zumindest war ich geistesgegenwärtig genug, um ihn zu bitten, ein gutes Wort bei den Anästhesisten für mich einzulegen und nochmal zu erklären, dass die Plazenta ja seitlich und nicht genau im Schnittbereich lag, damit ich zumindest nicht in Vollnarkose operiert werden müsste. Er versprach auch gleich, sich für mich einzusetzen. Ach ja, und natürlich stellte ich gleich klar, dass es gar nicht losgehen kann bevor R. nicht da ist. 

Ich glaube, kurz danach kam R. in den Kreißsaal gestürzt, und ich sagte ihm wenig schonend, dass unsere Tochter wohl in einer halben Stunde geboren wird. 

Die Reihenfolge bekomme ich jetzt nicht mehr ganz auf die Reihe. Ich glaube, als nächstes kam die Anästhesistin, die einer spinalen Betäubung zustimmte. Dann bekam ich einen Katheter gelegt. In dem Moment war ich weiterhin total baff und konnte gar nicht mehr darum bitten, dies doch erst nach Wirken der Betäubung zu tun. Es tat aber zum Glück kaum weh, brannte nur ein bisschen. Ich bekam noch ein OP-Hemd und Haarhaube angezogen sowie einen weiteren Zugang in die Armbeuge gelegt. Dann bekam ich einen Schnaps zur Bindung des Mageninhalts (?), weil ich Nachts noch etwas getrunken hatte und somit nicht komplett nüchtern war, und wurde dann in den Operationssaal geführt. 

Der Raum war viel kleiner als ich erwartet hatte, es wuselten viele grün gekleidete Gestalten herum. Ich musste mich auf den OP-Tisch setzen, OP-Schwester und Anästhesistin redeten auf mich ein. Zwischendurch kam dann ein anderer Anästhesist herein - ich bin nicht sicher, ob wegen Schichtübergabe oder weil man wegen der Placenta Praevia einen erfahreneren Arzt wollte. Mein Rücken wurde eingepinselt. Trotzdem diskutierten die beiden dann noch einmal kurz, ob man nicht doch eine Vollnarkose machen sollte, verließen sogar noch einmal den Raum, um sich von irgendwo (Oberarzt?) die Bestätigung zu holen, dass man wirklich eine Spinale machen dürfe. Durften sie zum Glück. 

Ich musste dann meinen Rücken ganz krumm machen, was immerhin viel leichter war als damals bei Zwees Geburt, denn immerhin musste ich dabei keine Wehen veratmen. Ich sollte nur sicher gehen, dass ich ihre Fragen zwar beantworte, aber bloß nicht mit dem Kopf schüttele oder nicke. Ich bekam eine örtliche Betäubung und kurz darauf die Spinale gespritzt, was ein bisschen unangenehm drückte aber nicht wirklich schlimm war. Ich sollte mich dann schnell hinlegen solange die Betäubung dies noch zuließ. Mein rechtes Bein konnte ich noch in die Beinstütze legen, über das linke Bein hatte ich dann schon keine rechte Kontrolle mehr. 

Dann wurde erstmal nur mein Nachthemd hochgehoben und als Sichtschutz über eine Stange gehängt. Meine Arme wurden festgebunden und der Anästhesist begann zu testen, ob die Betäubung schon wirkte. Logischerweise hatte ich ziemliche Angst, dass man anfangen könnte bevor sie richtig wirkt. Dazu sprühte er Wasser abwechselnd auf meinen Arm und zum Vergleich auf Beine und Bauch. Ich musste sagen, ob das Wasser sich noch kalt anfühlt. Ein bisschen. Dann begann man schon mal, meinen Bauch mit Jod einzupinseln. Während dessen konnte ich spüren wie sich dieses nach und nach überhaupt nicht mehr kalt anfühlt. Dann wurde der Operationsbereich abgedeckt und vorbereitet. Irgendwann wurde ich gefragt, ob ich gemerkt hätte, dass man mich testweise gepiekst habe. Hatte ich nicht. Die Betäubung wirkte also. 

Dann kam mein R. - natürlich in Schutzkleidung - in den OP, setzte sich an meine linke Seite und redete von da an unaufhörlich liebe Dinge in mein Ohr. Mit dem anderen Ohr lauschte und fühlte ich auf die Geschehnisse hinter dem Tuch. Ich merkte wie an mir herum gewerkelt wurde, hörte ein schneidendes Geräusch, spürte irgendwie, dass man in meinen Bauch eindrang. Ein Drücken und Ruckeln und der Anästhesist an meiner rechten Seite sagte, dass das Köpfchen schon da wäre. Dann wurde ich mit einem Mal ganz leicht und unsere Zwee fing sofort an, ein wenig gurgelnd zu schreien. Es war 8:30 Uhr - zwei Stunden nachdem wir aufgewacht waren. 

Ich war so glücklich in diesem Moment! Sie schrie, also ging es ihr bestimmt ganz gut. Ich sah wie die Hebamme sie um R. herum trug. Ich glaube, R. hat das gar nicht richtig gemerkt. Ich versuchte ihm zu sagen, dass er mal rutschen müsse. Und dann war sie da. Ich konnte kaum etwas sehen außer, dass ihre Haut ziemlich grau aussah. Dann drückte die Hebamme mir mein Mädchen für einen kurzen Moment an die Wange. So ein wunder-wunder-schönes warmes Gefühl! Ich sagte "Mein Mädchen! Mama ist da!"... und Zwee hörte tatsächlich sofort kurz auf zu weinen. Dann wurde sie heraus getragen, um vom Kinderarzt untersucht zu werden. Laut Arztbericht waren ihre Agparwerte 9-8-8, d.h. sie hatte Anpassungsschwierigkeiten. 

Dennoch durfte R. dann zu ihr. Dabei warf er übrigens einen unfreiwilligen Blick in die falsche Richtung, was ihm zwei Nächte lang Albträume bescherte. Nachdem ich mich so sehr vor dem Kaiserschnitt gefürchtet hatte, scheint mein Mann nun mehr traumatisiert als ich zu sein. Ich weiß nicht genau wie dann der weitere Ablauf war. Aber jedenfalls zeigte sich, dass Zwee das Atmen doch recht schwer fiel, so dass sie eine Atemmaske zur Unterstützung bekam. Es wurden Elektroden zur Überwachung an ihr kleines Körperchen geklebt und sie wurde dann wohl in einem Inkubator in die Neonatalogie transportiert. Laut R. war das schon ein ziemlich unheimlicher Anblick. 

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Während dessen wurde ich wieder zusammen geflickt. Alle waren weiterhin total lieb zu mir und redeten mir gut zu, damit ich ruhiger atme. Irgendwie bekam ich zwischendurch einen kleinen Panikanfall - Aufregung, Zwee weg, R. weg, das Geruckel, die Geräusche, das klaustrophobische Gefühl wegen der festgebundenen Arme und des Tuches direkt vor einer Nase.... Mir wurde kotzübel und ein wenig schwarz vor Augen. Dagegen bekam ich schnell ein Mittel gespritzt, so dass ich mich letztendlich nicht übergeben musste. 

Als alles fertig war, wurden die Tücher entfernt. Mein Bauch war weg. (Das war natürlich eine optische Täuschung aufgrund der Rückenlage. Tatsächlich sehe ich auch heute noch so aus als wäre ich im 6 Monat schwanger.) Der Arzt stand zwischen meinen Beinen, ich war komplett nackig, weil das OP-Hemd blutig und nass geworden war. Er erklärte, dass alles gut verlaufen war, dass ich mich nicht wundern solle, weil er eine gekordelte Kompresse unter das Pflaster lege - das sei NICHT die Narbe, die da so dick ist, und dass er mir mal gleich noch ein Zäpfchen gegen die Schmerzen gibt. Ein sehr surreales Gefühl, ihn da stehen zu sehen, zu wissen, dass man ein Zäpfchen bekommt, aber nichts zu fühlen. Nun ja, die Schamgrenze war in diesem Moment zwar sehr niedrig, aber durchaus noch vorhanden. Dann war ich ein bisschen neugierig wie man mich wohl vom OP-Tisch auf das Bett bekommen würde: Mit einem Rollbrett. Nun weiß ich das also auch. 

Ich bekam ein frisches Nachthemd an, wurde zugedeckt und aus dem OP-Saal gefahren. Dort kam gleich mein R. auf mich zu gelaufen. Er zeigte mir ein Bild von meiner Zwee und versuchte mir schonend beizubringen, dass meine größte Befürchtung wahr geworden war und ich sie nicht im Arm halten konnte, weil sie schon auf dem Weg in die Frühchenstation war. Sie hatte verständliche Anpassungsschwierigkeiten, das war nicht überraschend und vor allem in Anbetracht der Schwangerschaftswoche verhältnismäßig nicht besonders schlimm. Dennoch fühlte ich Zwee und mich um unsere ersten Kennenlernmomente betrogen. Die Zeit im Kreißsaal nach BMs Geburt waren mit Abstand die schönste in meinem Leben gewesen und es fühlte sich komplett falsch an, Zwee nicht auf die gleiche Weise im Leben zu begrüßen. 

So, ich bin jetzt erstmal komplett aufgelöst und muss eine Pause machen bevor ich aufschreiben kann wie es weiterging.

Montag, 5. Mai 2014

Zwee ist da

Gestern um diese Zeit erwachte ich mit Blutungen. Eine Rettungswagenfahrt später stellte sich heraus, dass außerdem die Fruchtblase geplatzt war.

Und so kam Zwee am 4. Mai 2014 (34+3 SSW) um 8:30 Uhr unter ordentlichem Geschrei per Kaiserschnitt zur Welt. Sie ist wunderschön, wiegt 2.800g auf 49cm und liegt zur Zeit noch auf der Neugeborenenstation. 

Der wunderbare Papa und ich hoffen nun, dass wir sie recht bald zu uns ins Familienzimmer mitnehmen können. Heute Morgen darf ich sie hoffentlich zum ersten Mal in den Arm nehmen, nachdem wir heute Nacht schon von ihr ohne Sauerstoffmaske überrascht wurden.