Samstag, 21. Februar 2015

Aufgetankt

Seit heute früh 7 Uhr bis nächste Woche Sonntag Mittag bin ich nun Strohwitwe, da R. auf Dienstreise in Singapur ist. Ich freue mich wirklich für ihn, denn er wird voraussichtlich sogar etwas freie Zeit haben, um sich dort auch ein bisschen umzusehen. Ein bisschen neidisch bin ich auch, denn wer weiß, wann ich da mal hinkomme... und wenn es irgendwann mal soweit sein sollte, dann werde ich wohl kaum in der Business Class anreisen.

Nun sind meine Mädels und ich also acht lange Tage alleine ohne R. Zwee merkt das vermutlich noch nicht wirklich, aber BM und ich sind darüber ganz schön traurig. Darum war es umso schöner, dass R. aufgrund einer fiesen Zahn-OP eine Woche lang nicht arbeiten konnte und bei uns zu Hause war, so dass wir alle noch ein bisschen Gemeinsamkeit auftanken konnten - vor allem nachdem die Zahnschmerzen endlich etwas abgeklungen waren.

Zu guter Letzt hatten wir gestern einen richtig schönen Nachmittag, auch wenn er erstmal nicht ganz so losging wie geplant. R., Zwee und ich wollten BM direkt nach dem Mittagsschlaf aus der Kita abholen. Als wir nach unserem Einkauf dort ankamen, war BM jedoch gerade erst eingeschlafen - als alle anderen Kinder schon wieder am Aufstehen waren. Wir ließen sie schlafen und fuhren schnell nach Hause, um den Einkauf auszuladen. Dummerweise war BM zwischenzeitlich aufgewacht und noch viel dümmerer Weise hatte ihre Erzieherin ihr gesagt, dass der Papa bereits dagewesen und wieder abgefahren war. Als R. also wieder in die Kita kam fand er eine bitterlich weinende BM vor. Sie beruhigte sich dann zwar recht schnell, musste aber noch eine halbe Stunde später immer wieder so nach Luft schnappen wie das nach heftigem Weinen so ist. Mein armes, kleines Mädchen!

BM hatte sich gewünscht, dass wir zum Ritterspielplatz fahren und daneben ein Eis essen. Schlumpfeis sollte es sein. Leider war die Eisbude zu. Wir fuhren also weiter zu einer anderen Eisdiele, die ebenfalls geschlossen hatte. Ich weiß, es ist Winter, aber sind wir wirklich die einzigen, die im Winter auch gerne mal einen Eisbecher essen? Erwähnte ich, dass das kleine Mädchen mit den rotgeweinten Augen Schlumpfeis wollte? Uns schwante nichts gutes als dann noch ein weiterer Eisladen geschlossen war.

Zum Glück wendete sich das Blatt dann doch noch und wir kehrten stattdessen in eine Creperia ein, wo BM zu ihrem Crêpe auch eine Kugel Eis bekam. Vanille statt Schlumpf, war aber dann trotzdem okay. Die Laune war schlagartig super. Zwee hatte im Auto geschlafen und war somit gut ausgeruht. Sie fand es im Hochstuhl eine zeitlang sehr lustig und aß eine (für sie) rekordverdächtige Menge Vesperbrei. Und ich bekam ein Crêpe mit Erdbeeren und weißer Schokolade. Wer mich kennt, weiß, dass man mir mit so etwas eine große Freude machen kann.

Dann ging es endlich zum Spielplatz, wo erst R. und dann ich mit BM umherklettern mussten. Wie machen Kinder das nur? Das ist doch wie stundenlang Sport treiben - für uns Erwachsene zudem häufig in ergonomisch unvorteilhafter, gebückter Haltung. R. drehte dann eine Kuschel- und Einschlafrunde mit Zwee in der Manduca während ich BM beim Spielen auf dem Wasserspielplatz assistieren musste. Nein, es gab natürlich kein Wasser im Februar, aber irgendwie hatte sie doch reichlich zu tun. Es hatte irgendwas zu tun mit Sand von A nach B zu tragen und ggf. auszustreuen, damit es besser rutscht. Oder so.

Viel zu schnell ging die Spielzeit vorbei - mit Zwee müssen wir ja immer pünktlich um 18 Uhr essen, weil sie sonst während des anschließenden Abendprogramms zu unleidlich wird. Doch auch das ließ BM nach einigem Erklären ohne Meckern geschehen. Es wurde nur kurz hektisch als wir für die beiden hungrigen Kinder in Windeseile das Abendessen auf den Tisch zu bringen hatten - und schon war bei allen wieder die gute Laune hergestellt. Unsere Zwee plappert übrigens seit zwei Tagen so richtig viel. Bislang gab es mehrheitlich verschiedenste Aaaaah-Töne zu hören, doch plötzlich kommen immer mehr Silben ("Aiiii-daiiii-daiii").

Nachdem ich Zwee ins Bett gebracht hatte, spielten R., BM und ich noch drei Runden MauMau. Jeder gewann einmal, was BM recht gelassen hinnahm. Außerdem spielte sie zum ersten Mal richtig vorausschauend. Bislang hatte sie z.B. die Sonderkarten lieber auf der Hand behalten, weil die so cool sind, anstatt sie gewinnbringend auszuspielen. Oder sie hatte sich die Farbe gewünscht, die ihr am besten gefällt, anstatt der Farbe, die sie tatsächlich brauchte. Gestern machte sie das aber richtig gut und gab so einen Ausblick auf zukünftige, gemütliche Spielrunden. MauMau ist ja schon ein "richtiges" Spiel und macht mir persönlich viel mehr Spaß als "Kinderspiele". Dazu gab es auch etwas zu naschen und selbst die Smartiesexplosion als R. den Weihnachtsmann zerkloppte brachte bei allen nur Gelächter, wo es sonst vielleicht missbilligende Blicke von uns Erwachsenen oder sinnloses Genöle über schmutzige Smarties von BM gegeben hätte.



Als Bonus wachten heute beide Kinder früh genug und vor allem bestens gelaunt auf, so dass wir vier noch Zeit für eine kurze Kuscheleinheit im großen Bett, um so richtig viel Liebe und Viersamkeit aufzutanken. So gewappnet werden wir alle die nächsten acht Tage sicherlich gut überstehen.

Mittwoch, 18. Februar 2015

BM im Elsa-Glück

BM ist nun zum ersten Mal Fan von etwas - nämlich von (wie sie es sagt) "Die Eiskönigin - der ganze Film". Den ganzen Film hat sie mittlerweile auch gesehen und spielt nun seit Wochen in jeder freien Minute Elsa. Meistens spielt sie dabei DAS Elsa-Lied nach, wobei sie täglich besser mitsingen kann und neue Details hinzufügt. Das geht dann so:

BM zieht ein Verkleidungskleid oder Verkleidungsrock mit schickem T-Shirt an. Dazu kommen noch ein Handschuh und "Klackerschuhe" a.k.a. Ballerinas sowie ein Umhang aus zusammengeknoteten Jongliertüchern und eine Papierkrone. Außerdem muss ich ihr einen Elsa-Zopf flechten, den sie dann mit einer Haarspange hochsteckt - aus irgendeinem Grund nicht irgendwo auf dem Kopf sondern seitlich herum an die Stirn.  

Dann stapft sie durch den Schnee, wirft an den richtigen Stellen erst den Handschuh und dann den Umhang weg. Sie zaubert Olaf und später die Treppe aus Eis, welche sie dann "freeeeeiiii, endlich freeeeiiiii" mit weit ausgebreiteten Armen hinauf flitzt. Sie stampft mit dem Fuß auf, denn "hier bin ich und bleiiiiiibe hiiiiieeeer" - und zaubert ihr wunderschönes Schloss. Dabei macht sie die Bewegungen wirklich zunehmend eleganter. 

Das Grand Finale ist, wenn BM dann ihre Krone wegwirft, den Zopf löst, sich durch die Haare wuschelt... schnell ihre Sachen auszieht und ihr schickstes Verkleidungskleid anzieht - was natürlich etwas länger dauert als Elsas Zauberei und fürchterlich niedlich ist - bevor sie dann noch schnell eine imaginäre Tür hinter sich zuschlägt. 

Seit neuestem spielt sie auch die Krönung und den Streit mit Anna nach - wobei ihre Cinderella-Barbie als Anna herhalten muss. Wir hingegen sollen am besten immer auf der Couch sitzen und die Vorstellung angucken. Manchmal kommt sie dabei jedoch nicht mal über den "Vorspannt" hinaus, während dessen sie eigentlich immer nur erzählt, dass es gleich losgeht. Zudem müssen wir ständig irgendwelche Fragen über den Film beantworten. Das reicht von warum Elsa die Tür nicht für Anna aufmacht bis hin zu, wo Elsa denn eigentlich schläft, wo sie sich doch im Eispalast scheinbar kein Bett gezaubert hat. Und ja, so langsam gehen und Elsa und Anna gehörig auf den Senkel. 

Jedenfalls wünschte BM sich ja nun ein Elsa-Kleid zum Geburtstag. Das tat mir dann irgendwie total leid, weil sie ja erst im September Geburtstag hat. Auch Ostern ist noch eine Weile hin, wenn man bedenkt, dass das Elsa-Fieber schließlich JETZT gerade wütet. Also klauten wir uns eine Idee aus meiner FB-Mutti-Gruppe und ließen BM Punkte für ein Elsa-Kleid sammeln. Tatsächlich hat sie dafür (mit etwas Augen zudrücken) nur einen zusätzlichen Tag gebraucht, weil sie bei "Nicht nölen" und "auf Mama und Papa hören" mal ein paar Aussetzer hatte. Gestern war es dann soweit, BM bekam ihr Elsa-Kleid "bis zum Boden und mit langem Glitzerumhang". Und es kam wie BM es voraus gesagt hatte: "Stimmt's, wenn ich dann mein Elsa-Kleid habe, will ich bestimmt nur noch Eiskönigin spielen." Stimmt. 



Auch wenn es gestern das Elsa-Kleid gab, reihte sich BM heute beim Kita-Fasching nicht in die Reihe der zwei Elsas und einen Anna, sondern war wie von ihr bereits seit Monaten geplant eine zuckersüße Biene. Aber nächstes Jahr möchte sie dann als Elsa verkleidet gehen. 

Wissta Bescheid!

Kurz gearbeitet

Auf den Tag genau ein Jahr nach meinem ersten Tag im Beschäftigungsverbot war ich am Freitag einen halben Tag arbeiten. Mein Chef hatte zum Ziele-und-Herausforderungen-2015-Workshoppen eingeladen, worüber ich mich sehr freute. Zum einen, weil ich so ein bisschen mitreden konnte, woran ich ab Juni arbeiten werde, aber vor allem, weil ich endlich mal wieder ein bisschen fachsimpeln konnte.

Dennoch sah ich dem Tag eher mit einem bangen Gefühl entgegen, weil Zwee ja leider immer noch aus keinerlei Gefäßen trinkt, sondern nach wie vor ernährungsmäßig abhängig von meiner Brust ist. Klar, würde sie innerhalb von fünf Stunden kaum verdursten, aber sie soll ja auch nicht vor Durst weinen müssen. Außerdem hat Zwee zur Zeit immer noch sehr viel Sehnsucht nach mir, sobald ich mich mehr als eine Nabelschnurlänge von ihr entferne. Sogar bei R. weinte sie in letzter Zeit wieder öfter und ließ sich kaum von ihm beruhigen. Ich war schon drauf und dran, den Termin abzusagen, entschloss mich aber dann doch hinzufahren.

Was soll ich sagen, unsere Ängste waren - zumindest an dem Tag - völlig unbegründet. Als ich ging hatte Zwee gerade eine Stunde auf meiner Brust geschlafen und noch mal ordentlich daran getrunken, d.h. sie hatte in jeder Hinsicht reichlich Mama-Liebe aufgetankt und war guter Dinge. Und so kamen sie und R. gemeinsam sehr gut durch den Tag. Zwee aß recht gut Mittag und Vesper, trank wie immer quasi nichts, blieb aber dabei gut gelaunt, spielte und kuschelte mit ihrem Papa. Ich glaube, R. war vorher auch ganz schön angespannt und auf das Schlimmste gefasst. Umso mehr freue ich  mich, dass die beiden ein paar schöne Stunden zu zweit hatten.

Ich leistete derweil meinen Beitrag auf Arbeit und konnte mein Gehirn mal wieder mit Nicht-Mama-Themen stimulieren. Es war ein gutes Gefühl, und auch wenn ich mir heute noch nicht vorstellen kann, nicht ständig bei Zwee zu sein, weiß ich doch, dass ich im Juni sehr bereit sein werde, wieder arbeiten zu gehen. Bis dahin werde ich jeden einzelnen Tag mit meinem Baby genießen... und bin ein bisschen froh, dass sich ein paar Arbeitsthemen bis dahin wohl in Wohlgefallen aufgelöst haben und mich nicht mehr tangieren werden.

Mit diesem Termin aus dem Weg, bin ich nun auch wieder entspannter was das Trinken angeht. Ich bin sicher, dass Zwee demnächst verstehen wird, dass das Zeug aus den diversen Flaschen und Tassen nicht nur ihr T-Shirt nass macht sondern auch ihren Durst löschen kann.

Mittwoch, 11. Februar 2015

Neun Monate Zwee

Hilfe, unser Baby ist schon neun Monate alt. Ein dreiviertel Jahr. Sie ist so lange auf der Welt wie sie eigentlich in meinem Bauch hätte sein sollen - und so wie die Schwangerschaft viel zu früh endete, habe ich jetzt auch das Gefühl, dass sich Zwees Babyzeit in viel zu schnellen Schritten ihrem Ende nähert.

Die Tage um ihren Neun-Monatsgeburtstag nutzte Zwee für die Entwicklung allerhand neuer Gadgets - kein Wunder, dass mir nun alles vorkommt wie im Zeitraffer.

Da hätten wir zwei Tage vor der Neun-Monatsmarke zunächst mal das erste Zähnchen, welches kurioser Weise weder unten noch mittig zu finden ist, sondern hier:


Mittlerweile ist dieser erste Zahn auch schon recht weit heraus gewachsen und ich merke ihn in bestimmten Positionen auch beim Stillen, was mich weiteren Zähnen eher unentspannt entgegen sehen lässt.

Am selben Tag schaffte Zwee es zum ersten Mal, sich ein wenig vorwärts zu bewegen. Mittlerweile robbt sie auf glatten Böden schon ziemlich flink umher. Für weitere Strecken fehlen noch ein paar Muckis, aber Zwee hat auf die Weise dennoch in kürzester Zeit ihren Spielradius deutlich erweitert. Besonders gern robbt sie nun zu ihrem Spielzeugregal, räumt die untersten Kisten aus oder zottelt solange herum bis sie eine davon herausbekommt, um sie dann genüsslich zu entleeren. Gestern tat sie dies dann auch zum ersten Mal im Spielzeugregal im Wohnzimmer und schleckte fröhlich BMs Spielzeug an... Das habe ich meiner großen Tochter vorsichtshalber noch nicht erzählt.

Am Sonntag - also mit neun Monaten und vier Tagen setzte Zwee sich zum ersten Mal hin - zuerst nach dem Baden auf dem Wickeltisch. Da glaubten wir noch an einen Zufall, weil die Auflage ja recht weich und gewölbt ist. Da saß sie jedenfalls plötzlich mit dem Rücken zu mir und lehnte sich bei mir an. Wenig später spielte sie mit R. und Kimmy und tat es einfach so wieder.
Beim Babyturnen habe ich viele Kinder gesehen, die sich über die Seitlage nach und nach ins Sitzen hochstemmen, doch Zwee benutzt dieselbe Technik wie BM vor vier Jahren. Sie streckt das rechte Bein rechtwinklig zur Seite und schiebt den Po nach hinten bis sie sitzt. Dennoch war es bei Zwee irgendwie ganz anders als bei BM. BM wirkte als Baby immer sehr ehrgeizig. Sie ackerte und übte bis sie - immer recht zeitig - eine neue Fähigkeit erlangt hatte. Bei Zwee war es eher so, als habe sie irgendwann einfach entschieden, dass sie jetzt sitzen könne. Jedenfalls habe ich sie nie so richtig üben sehen.

Mehr und mehr Zeit verbringt Zwee nun auch auf allen Vieren vor und zurück schaukelnd. Mal sehen, wann ihr bald einfällt wie man krabbelt. Da sie nun aber schon mal robbend vorwärts kommt, ist das umstoßen von Stapeltürmen eine ihrer Lieblingsbeschäftigungen. Außerdem robbt sie sich gern an Schränke heran und untersucht eingehend Schrauben, Bohrungen und andere kleine Details.

Wenn man irgendwo in ihrer Nähe auf dem Boden sitzt, beschäftigt Zwee sich auch schon sehr ausdauernd alleine. Wenn sie gut drauf ist, darf ich nebenher auch herumlaufen und Dinge erledigen. Es ist aber meistens nicht in Ordnung, wenn ich dazu das Zimmer verlasse. So ist sie eben meistens dabei - nun aber nicht mehr ständig in der Manduca sondern friedlich auf dem Boden spielend. Da sie noch nicht allzu schnell vorwärts kommt, geht das auch noch recht problemlos.

Wenn ich allerdings mit ihr schimpfe, weil sie zum x-ten Mal mit einem Freudensquietscher die Steckdose unter dem Wohnzimmerschrank anpeilt, dass lacht sie nur. Zwee hat offenbar noch nicht so richtig raus, welche Tonlage schimpfen ist. Das merkt man auch, wenn ich wie gestern mit BM schimpfe bzw. wir haben uns ziemlich angezetert. Zwee lachte jedoch auch darüber.

Als Kimmy am Sonntag bei uns war, haben wir unser Neun-Monatsbaby auch mal vermessen: Sie ist jetzt ungefähr 70 cm groß und wiegt 7.800 g. Glauben wir.

Seit ein paar Tagen ist Zwee mal wieder einigermaßen gesund bzw. nur ein kleines Bisschen erkältet. Das wirkt sich positiv auf ihren Appetit aus, jedenfalls isst sie wieder ganz gut. Wir nehmen alle Mahlzeiten gemeinsam ein, was wir BM, glaube ich, erst viel später gemacht haben. Morgens frühstückt sie (unter der Woche) mit BM und mir. Dazu bekommt sie ein Babymüsli. Mittags gibt es weiterhin selbstgekochten Brei. Mehr als drei oder vier Eiswürfelchen schafft sie allerdings nicht. Nachmittags gibt es Obst-Getreide-Brei aus dem Gläschen und Abends Babygrießbrei o.ä. mit etwas Obst.

Leider - also mittlerweile empfinde ich es als "leider" - trinkt Zwee immer noch keine nennenswerten Mengen Wasser. Ich habe diverse Trinklernflaschen und -tassen probiert. Am besten scheint es jetzt mit einer "richtigen" Nuckelflasche zu gehen. Als nicht Flaschenmami habe ich gestern auch erstmal erklärt bekommen, dass das Wasser etwas rausspritzt, wenn man oben auf den Sauger drückt. Auf die Weise habe ich heute rekordverdächtige 20 ml aus der Flasche herausbekommen. Davon ist nicht mal alles im Bäuchlein gelandet, denn das T-Shirt war auch immer mal ein bisschen nass, weil Zwee das Wasser oft einfach wieder herauslaufen lässt anstatt zu schlucken. Eigentlich spielt sie mit jeglichen Trinkgefäßen einfach nur herum, kaut an den Tüllen und drückt sie mit der Zunge immer wieder an die Seite ihres Mündchens.

Trotzdem ist das Stillen tagsüber schon deutlich weniger geworden. Vor- und Nachmittags nimmt sie oft nur ein paar Schlucke. Vor oder während des Mittagsschlafs trinkt sie aber immer sehr ausgiebig. Da der Abendbrei ihr offenbar gut schmeckt, clustertrinkt sie Abends nicht mehr an beiden Seiten hin und her sondern oft nur noch an einer Seite. Wenn Zwee gesund ist, schaffen wir Nachts 2- bis 3-Stunden-Abstände, wenn sie erkältet ist, will sie mindestens stündlich trinken. So richtig gut ist das alles nicht - zumal Zwee jetzt immer mehr durch das Babybay wuselt und sicherlich bald ausziehen muss. Dann werde ich also wieder wie bei BM ständig ins Kinderzimmer tigern und dort auf dem Stillstuhl frieren.

On the upside, ist Zwee ein ziemlich guter Einschläfer. Zum einen ist sie sehr verlässlich ab 18 Uhr hundemüde. Dann gibt es Abendessen und direkt im Anschluss wird Zwee bettfertig gemacht. Manchmal schläft sie direkt an der Brust ein, immer öfter gelingt es mir aber, das zu vermeiden. Dann trage ich Zwee kurz umher, singe ein bis drei Lieder und kann mein zuckersüßes schlafendes Baby ins Bettchen legen. Jedenfalls dauert es nie wirklich lange bis sie schläft.

Jeden Tag muss Zwee tausende Küsschen von mir einstecken. Ich finde sie einfach umwerfend, bezaubernd, zuckersüß und bin sehr froh, dass auch mein zweites Baby sehr kuschelig ist. Zum Ausruhen lässt sie sich gern ein Weilchen umher tragen und schaut neugierig zu, was ich so mache. Zwischendurch legt sie dann immer kurz ihr Köpfchen an meine Brust. Und nichts gibt mir so sehr das Gefühl von Liebe und Geborgenheit wie meinem Baby in meinen Armen oder in der Manduca beim Einschlafen zuzusehen. Wenn Zwee nachts wach wird, sucht sie sofort meine Nähe. Wenn ich sie dann gestillt habe, nehme ich Zwee immer noch einmal an meine Halsbeuge und kuschele Wange an Wange mit ihr. Ihr Köpfchen liegt dann in meiner Hand, und das kleine Gesichtchen sieht so wunderschön und friedlich aus, dass ich jedes Mal vor Liebe zerfließen könnte.

Ich weiß, jedes Alter ist toll - zumindest bis viereinhalb kann ich da gut mitreden. Dennoch würde ich gern die Zeit anhalten und vielleicht sogar ein bisschen zurück drehen, weil mir alles viel zu schnell geht.

Sonntag, 8. Februar 2015

Komm da raus!

Stelle eigentlich nur ich mich so dämlich an oder sind diese Spinatschachteln doch ein Verpackungsfail?

Donnerstag, 5. Februar 2015

Mir reicht's

Irgendwann müssen doch diese ständigen Erkältungen in unserer Familie ein Ende haben. Seit Anfang Dezember war unsere arme kleine Baby-Zwee nie eine ganze Woche lang gesund. Auch BM erwischt es immer wieder. Zur Zeit schnupft sie auch wieder herum. Und heute früh sagte BM zu mir, ich solle nicht so anders sprechen, denn das fände sie nicht schön. Ja, ich auch nicht, aber leider ist mir die aktuelle Erkältung mal wieder auf die Stimmbänder geschlagen.

Keine Ahnung, ob wir uns diese Viren immer wieder aus der Kita holen. Die Kinderärztin meinte Anfang des Monats, dass man das gar nicht verhindern könne, auch wenn wir versuchen, die Kinder von einander fern zu halten. Auch wenn sie sich nicht gegenseitig die Finger in den Mund stecken und sich anbieten, sind die Keime doch im ganzen Raum. Es hilft wahrscheinlich auch nicht, dass Zwee nun immer weniger auf dem Teppich sondern mehr mit dem Bäuchlein auf dem kalten Fußboden liegt.

Vergangene Nacht wachte Zwee klagend auf, weil das kleine Näschen total verkrustet war und sie gar keine Luft mehr bekam. Als ich sie dann davon befreit hatte, war sie so wach und traurig, dass ich sie erstmal eine Stunde in die Manduca nehmen musste. Mitten in der Nacht. Ja, ich bin müde.

Da aber nicht alles doof ist, gibt es hier nun auch ein Foto von dem kleinen Olaf-Schneemann, den BM am Dienstag mit ihrem Opa baute. Erst wollte sie gar nicht rausgehen, aber wir befanden, dass sie zu nörgelig war, um im Haus zu bleiben. Als sie sich dann erstmal von  ihrem Bock befreit hatte, hatte sie dann doch noch viel Spaß mit dem Bisschen Schnee.

Ansonsten spielt BM zur Zeit nur Elsa. In jeder freien Minute singt sie eine eigenwillige Version von Elsas Lied, wirft zur rechten Zeit ihren aus bunten Tüchern zusammen geknoteten Umhang weg, stampft mit dem Fuß auf, zaubert ein Schloss und zieht dann schnell ein schönes Kleid an. Ihre Cinderella-Barbie ist immer dabei und übernimmt die Rolle von Anna. Einer von uns darf dann Olaf oder der doofe Prinz Hans sein. Mehrheitlich sollen wir still sitzen und zugucken. Puh!

Montag, 2. Februar 2015

Spitz

Heute kaute Zwee mir wie so oft auf meinem Finger herum. Das macht sie eigentlich schon immer, doch heute fühlte ich links oben plötzlich etwas Spitzes. Meine ich jedenfalls, denn nachgucken bzw. nachfühlen durfte ich nicht.

Ob unserem Baby nun doch langsam Zähnchen wachsen? Umso mehr müssen wir nun dieses bezaubernde zahnlose Grinsen aufsaugen und genießen. Dazu gab Zwee uns heute sehr viel Gelegenheit. Vor allem ihren Papa strahlte sie unermüdlich an, wenn er von seinem Home Office-Platz zu uns herunter kam. Außerdem freute sie sich sehr doll über ihr Spielzeug heute und -  glaube ich - dass sie nun aus eigener Kraft dorthin gelangen und Kisten ausräumen kann. Einige Male lachte sie laut los, ohne dass ich irgendetwas zu ihrem Amusement beitrug. Als sie heute früh mit Essen fertig war, durfte sie noch im Hochstuhl in einem Stoffbuch blättern. Dabei feixte und quietschte sie eine Klappe darin die ganze Zeit fröhlich an.

Es macht solchen Spaß zuzusehen wie unsere Zwee immer neugieriger wird und sichtlich Freude daran hat, ihre Umgebung nun selbst zu erkunden.

Vorwärts

Am vergangenen Donnerstag, eine Woche vor ihrem 9-Monatsgeburtstag schaffte Zwee es zum ersten Mal, sich auf ihrem Teppich zentimeterweise vorwärts zu ziehen-schieben. Seitdem übt sie das immer wieder und die Bewegung sieht heute schon recht flüssig, wenn auch noch nicht sonderlich schnell aus. Außerdem schafft sie es seit gerade eben, sich auch auf dem glatten Laminat vorwärts tu bewegen.

Ich hoffe, dass damit die Tage des Nöli-popölis wegen ungewollter Rückwärtsbewegung gezählt sind. Außerdem muss ich nun wirklich mal alle Räume krabbelsicher machen. In den Kinderzimmern sind alle Steckdosen wieder gesichert, nachdem so manche Sicherungen in den letzten Jahren herausgezogen wurden und draußen blieben. BMs verschluckbare Kleinteile sind auf höhere Regale verbannt und v.a. scheint BM diesbezüglich auch ein ganz gutes Auge auf Zwee zu haben. Die Sonosbox im Bad hat einen neuen Platz gefunden, wo ihr Kabel nicht so verlockend auf Krabbelkindaugenhöhe hängt. Über das Nichtanschlecken dieses Kabels musste ich mich nämlich letzte Woche schon mal mit Zwee streiten. Soeben zieht sie an ihrem Vorhang, der an der Gardinenstange hängt, BM schon mal abgerissen hat. So kann das dann wohl auch nicht bleiben.

Und noch etwas hat Zwee am Donnerstag zweifelsfrei gelernt: Sie winkt nun ganz eindeutig und mit strahlendem Gesichtchen zurück, wenn man Winke-winke sagt. Am besten klappt das mit ihrer Oma R., aber auch ohne Oma konnten wir ihr in den letzten Tagen immer wieder das Winkel entlocken. Was sieht die niedlich dabei aus!

Mittwoch, 28. Januar 2015

Ein Elsa-Kleid

BM hat sich bislang noch einen besonderen Trend interessiert. Filme, die alle anderen Kitakinder kennen, konnten wir nicht gucken, weil sie sich vor allem - außer Conni und Mickey Maus Wunderhaus - fürchtet. Pippi Langstrumpf ging nicht, weil die Kinder vom Dach fallen könnten, irgend so ein Pony-Film ging nicht, weil da ein Zauberer alle zu Stein verwandelt, selbst Lillifee und Emily Erdbeer gaben Anlass zur Besorgnis. Eigentlich ist das ja nicht schlecht, weil BM so bisher wenig Interesse am Fernsehen gezeigt hat.

Nun ist quasi über Nacht in der Kita das Frozen-Fieber (erneut) ausgebrochen. Wo man hinsieht, tragen die Mädels T-shirts, Kleider und Strumpfhosen mit Elsa und Co. Diesmal war es ansteckend, denn eines Abends erklärte BM, dass sie sich zum Geburtstag ein Elsa-Kleid wünsche wie zwei andere Mädchen es haben. Bis zum Boden soll es gehen, und Hackenschuhe und Handschuhe müssten dabei sein. Ich stellte fest, dass sie (und ich) ja eigentlich gar nicht wüsste, wer Elsa ist und wie so ein Kleid aussieht.

Also schauten wir erst Elsas Lied und dann diverse Szenen auf YouTube an. Und BM findet Elsa soooo schön. "Stimmt's Mama, in dem Film geht das darum, Elsa das schöne Kleid bekommt?" Nicht ganz, aber macht ja nichts. Unter anderem sahen wir auch die letzte Szene und ich erklärte, dass der Film ja auf jeden Fall gut ausgeht. Am Ende ist alles wieder gut, weil die Schwestern sich so doll lieb haben und so weiter.

Über kurz oder lang wollte BM dann den ganzen Film mit mir gucken. Gesagt, getan. Die erste Hälfte sahen wir uns neulich Abend im Bett an. Wir passierten immer wieder und sprachen u.a. darüber, ob die Kinder denn einfach Nachts im Schnee spielen dürften und dass Elsa ihrer Schwester nur aus Versehen weh getan hatte. Soweit so gut.

Dann starben die Eltern der beiden Prinzessinnen. Das hatte ich nicht gewusst und bereute gleich sehr, den Film angemacht zu haben, denn BM war sehr traurig und fragte weinend, warum die denn gestorben sind usw. Fortan liefen meinem kleinen Mädchen stille Tränen die Wangen herunter. Sie wollte unbedingt weiter gucken, konnte aber auch bei den lustigen Szenen nie ganz aufhören zu weinen - gar nicht wie ein kleines Mädchen sondern eher wie eine Erwachsene, die eine Tragödie anschaut.

Trotzdem will BM den Film heute Abend weiter gucken. Solange Elsa am Ende ihr schönes Kleid noch anhat, wird es für BM wohl okay sein, denn jeden Tag müssen wir uns ein paar Mal angucken wie Elsa "ganz allein spielt und sich ein Schloss ganz aus Eis zaubert. Und dann wuschelt sie die Haare und zaubert sich das schöne Kleid."

Genderdings hin oder her, mein großes Mädchen ist ganz klar... äh... ein Mädchen.

Montag, 26. Januar 2015

Fiesimantenten auf dem Wickeltisch

Zwee fand schon immer das Anziehen von Oberteilen doof und muss dabei immer Schimpfen oder gar weinen. Davon mal abgesehen, war sie auf dem Wickeltisch immer sehr artig, schleckte zufrieden an einem Spielzeug oder auch mal an einem Kleidungsstück und ließ sich mit Singen und Quatsch ablenken. Nun haben die friedlichen Wickelaktionen leider ein Ende. Zwee dreht sich umgehend auf Bauch, wenn man sie ablegt und versucht Windeln und Pflegeprodukte zu schnappen. Bei BM war das ja auch so, aber trotzdem muss ich mich nun nach 2,5 Jahren Ruhe erstmal wieder daran gewöhnen, (gefühlt) einen Oktopus zu wickeln und anzuziehen.  

Außerdem übt Zwee jetzt andauernd den Vierfüßlerstand. Sie scheint zu merken, dass sie das irgendwie nützlich sein könnte. Bislang bleibt es jedoch weiterhin beim Rückwärtsschieben, was Zwee lautstark doof findet. Wir müssen sie nun auch immer wieder aus Ecken oder unter Stühlen und Betten hervor retten. 

Gestern habe ich Tränen gelacht als Zwee sich im Wohnzimmer an einen Hocker angepirscht hatte und eigentlich vorwärts zu BM wollte, weil die in einem coolen Karton spielte. Stattdessen schob sie sich unter lautem Gemecker immer wieder an dem Hocker entlang rundherum. 

Heute habe ich nun den Großteil der Klamotten in Größe 68 aussortiert. Die 74 ist zwar noch ein bisschen reichlich, aber erfahrungsgemäß wird Zwee die jetzt ganz schnell ausfüllen. Schade nur, dass ein paar meiner Lieblingsteile von BM gar nichts für diese Jahreszeit sind. 

Mittwoch, 21. Januar 2015

Drehwurm

Schrieb ich nicht gerade noch, dass Zwee keinen besonderen Spaß am drehen hat? Nun heute dreht sie sich in einer Tour vom Rücken auf den Bauch und wieder zurück. Außerdem versucht sie immer wieder den Popo hochzustemmen, was ihr aber noch nicht gelingen will. Da hat sie sich wohl gestern beim Babyturnen einiges abgeguckt.

Montag, 19. Januar 2015

Kleine weiße Halbmonde

Nachdem BM schon im Herbst mal eine kurze Zeit aufhörte, an den Fingernägeln zu knabbern, hatte sie leider einen Rückfall als es auf die Weihnachtszeit zuging. Ich glaube, sie war einfach ganz schön knülle und urlaubsreif. Also wir waren ja im Herbst drei Mal im Urlaub - ich meine das eher im Sinne von Ruhe und Familienzeit ohne allzu viel Aufregung. Zwischen den Jahren war dann plötzlich genug Nagel vorhanden, um ein bisschen glatt zu feilen.

Am Samstag Morgen fiel mir plötzlich auf, dass da seit einem dreiviertel Jahr nun endlich kleine weiße Halbmonde an den Fingern meines Mädchens waren. Ich habe mich so sehr gefreut - und BM war auch gleich sichtlich stolz, auch wenn es einfach so passiert zu sein scheint anstatt das Ergebnis bewusster Bemühungen zu sein.

Wie schon seit Monaten versprochen lackierte ich dann in der Mittagsruhe ihre Fingernägel rosa und ihre Fußnägel (an denen sie bis zum Sommer auch kaute) knallrot.

Mein tolles, großes Mädchen!

Acht Monate Zwee

Asche auf mein Haupt, denn eigentlich ist unsere Zwee nun ja schon stolze achteinhalb Monate alt. Zwees achter Monat war leider durch ständige Erkältungen geprägt, so dass sie einen Großteil der Zeit auf dem Arm oder in der Manduca verbrachte, wo sie gern einfach kuschelte und sich das Geschehen aus einer sicheren Umarmung heraus anschaute. Am 09.01.2015 waren wir wegen eines hartnäckigen Schnupfens mit Husten und ordentlich Schlodderkotze doch mal beim Arzt, weil sie viel weinte und wir Sorge hatten, dass ihr vielleicht die Ohren wehtun. Taten sie nicht, aber zumindest haben wir so ein 8-Monatsgewicht: 7.530 g süßester Babyspeck.

So richtig spielen wollte unsere kränkelnde Zwee in dieser Zeit eher wenig. Trotzdem hat sie es zwischen den Jahren - nämlich am 29.12.2014 mit 7 Monaten, 3 Wochen und 4 Tagen - geschafft, sich vom Rücken auf den Bauch zu drehen. Wir haben uns besonders darüber gefreut, weil R. dabei war. Wir drei fläzten gemeinsam auf Zwees Krabbeldecke als Zwee ihre Ocean Drum links über sich entdeckte... und sich einfach ohne viel Gewese umdrehte, um sie sich zu schnappen. Nun kann sie es also.

Allerdings praktiziert Zwee das Drehen in jedwede Richtung bislang eher selten. Sie scheint sich einfach nicht besonders dafür zu interessieren. Am liebsten spielt sie auf dem Bauch liegend, aber auch auf dem Rücken hält sie es eine ganze Weile aus. Kam Zwee irgendwo nicht heran, schnappte sie sich eben ein anderes Spielzeug, dass sie einfacher erreichen konnte. In den letzten zwei Wochen hat sich jedoch diesbezüglich einiges getan. Zwee pivotiert rundherum, stützt sich prima ganz nach oben auf ihre Händchen und zappelt unentwegt mit den Beinchen als würde sie nach vorne schwimmen wollen. Nur leider geht das ja nicht, was unserem eigentlich so genügsamen Baby nun doch oft gegen den Strich geht. Stattdessen schiebt sie sich rückwärts und entfernt sich so weiter vom Ding ihrer Begierde. So ein Ärger aber auch! Hat Zwee ein Spielzeug ergattert, wird es geschüttelt, auf den Boden oder irgendwo gegen geschlagen, nochmal geschüttelt und dann gekostet bevor es dann im Wechsel gehörig geschüttelt und ausgiebig eingespeichelt wird.

Ansonsten ist Zwee zur Zeit sehr, sehr anhänglich. Entferne ich  mich aus ihrem Blickfeld ruft sie sofort nach mir mit einem Wahwah, dass für mich wie ein sehr klägliches Mama klingt. Oft muss sie dann auch gleich weinen. Neulich fütterte R. Zwee. Ihr Hochstuhl war zu ihm gedreht, so dass sie erst gar nicht merkte, dass ich nicht auf Nabelschnurlänge neben ihr war. Sie hörte mich jedoch als ich aus der Küche kam und machte sofort das süßeste und herzzerreißenste kleine Schippchen und weinte dicke Kullertränchen - obwohl ich doch schon auf dem Rückweg zu ihr war.

Nicht besonders überraschend ist es daher, dass sie Zwee auch Nachts ständig meine Nähe sucht und alle ein bis zwei Stunden trinken will. Immer wenn wir mal versuchen, ob sie sich von R. beruhigen lassen würde, schreit sie als ginge es um ihr Leben. An der Brust trinkt sie manchmal richtig, oft nimmt sie sie aber auch nur ganz zufrieden in den Mund, seufzt und schläft wieder ein. So anstrengend das auch ist, muss ich doch zugeben, dass es auch ein sehr schönes Gefühl ist, dass ich so offensichtlich der Allerlieblingsmensch dieses kleinen Wunders bin.

Übrigens hat Zwee so eine süße Art, an die Brust zu kommen. Oft lacht sie die Brust erstmal kurz an. Dann öffnet sie das Mündchen, dockt ganz sanft an und macht dabei so ein wunderbar genüssliches Gesicht, dass ich sie gleich abschlecken könnte. Wir werden also wohl noch ein Weilchen stillen, zumal Zwee bislang noch nicht verstanden hat, dass man aus Flaschen trinken kann. Stattdessen kaut sie weiterhin nur am Sauger herum. Na, irgendwann wird sie es schon lernen. Ich habe ihr nun eine Tasse gekauft, wo ein Trinkaufsatz ohne Ventil drauf ist, so dass sie nicht saugen muss. Das findet Zwee zwar spannend, in der Regel lässt sie das Wasser aber wieder aus dem Mund heraus laufen anstatt es zu schlucken.

Zwee ist mittlerweile ziemlich gut - wenn sie nicht gerade krank ist. Seit einer Woche gibt es morgens Babymüsli, dass ihr sehr gut schmeckt. Der Mittagsbrei geht auch meist ganz gut, allerdings darf er nicht das kleinste Stückchen enthalten. Ein paar Mal habe ich nun unser Essen verdünnt und püriert oder vor dem Würzen püriert - das wollte sie jedoch jedesmal überhaupt nicht essen. Vielleicht weil es Nudeln und Reis gab, die man einfach nicht so fein pürieren kann wie Kartoffeln. Nachmittags gibt es einen Früchte-Getreide-Brei, der mal gut, mal weniger gut gegessen wird. Das liegt aber sicherlich auch jeweils daran wie viel vor und während des Mittagsschlafs gestillt wurde. Abends gibt es Kindergrieß mit Obst, der von Zwee oft aufgegessen wird. Wobei aufgegessen heißt etwa die halbe Portion, die auf der Packung empfohlen wird. Gleiches gilt auch für das Mittagessen - da schafft sie manchmal 100 g.

Entgegen meiner Erwartungen ist Zwee weiterhin kaum futterneidisch. Sie zeigt kaum Interesse an unseren Tellern, obwohl wir nun immer gleichzeitig essen. Wenn sie mit dem Brei fertig ist, bekommt sie manchmal eine Nudel o.ä., die sie auch eine Weile bearbeitet. Lieber hat sie es aber, wenn sie dann einfach ein Spielzeug oder gar die Feuchttücherbox bekommt während wir noch essen.

Mit acht Monaten passte die Größe 68 wie angegossen, in den letzten zwei Wochen habe ich aber nun schon einige Teile aussortiert und demnächst wird dann Größe 74 Einzug in Zwees Kleiderschrank halten.

Unser Baby hat nun die gleiche Haarfarbe wie ihre Schwester und auch schon ganz schön viele davon. Mal sehen wie sich das entwickelt, ich vermute ja, dass die Haare am Ende ganz unterschiedlich sein werden, den BMs Haare waren schon immer blond, in dem Alter aber viel heller, während Zwee ja mit dunkelbraunen Haaren geboren wurde. Überhaupt sehen sich die beiden nicht besonders ähnlich, wenn man Zwee mit BMs Fotos aus dem Zeitraum vergleicht, nur die strahlend-blauen Augen sind gleich.

Unsere Zwee ist nach wie vor ein sehr fröhliches Baby und lacht oft laut, wenn sie etwas interessantes sieht (von Lieblingsmenschen und Faxen brauche ich nicht extra zu schreiben). Seit sie nicht mehr nur "herumliegt" findet sie es toll, wenn ich sie z.B. mit in BMs Zimmer oder in die Waschküche nehme und sie dort nebenher spielen lasse. Besonders toll findet sie BMs Spielküche bzw. die ganzen anschleckbaren Dinge, die sich in deren offenen Regal befinden. Darum haben wir nun alle Kleinteile nach weiter oben bzw. in die Schränke verbannt. BM passt auch gut auf, dass ihre Babyschwester nichts falsches in den Mund nimmt. So langsam schwant ihr aber wohl auch, dass Spielzeugklau demnächst nicht mehr nur von ihr ausgehen wird. Die beiden gehen nun auch immer öfter gemeinsam in die Badewanne, wo Zwee in einem Sicherheitssitz(?) sitzt und versucht, die Füße ihrer großen Schwester anzuschlecken, weil diese ihr alles Spielzeug immer wieder aus der Hand nimmt.

Ach, mir fehlen mal wieder die Worte. Zwee ist einfach wundervoll. Ich liebe es mit ihr zu kuscheln und Faxen zu machen. Ich liebe es wie ihr kleines Gesichtchen strahlt, wenn sie in mein Gesicht greift und wenn möglich küsschenmachend andockt. Wie sie laut lacht, wenn man ein Tuch über ihrem Gesicht wedelt, es fallen lässt und sie sich dann zappelnd daraus befreit. Wie sie sich die Äuglein reibt, wenn sie müde ist, und dann friedlich in der Manduca einschläft - besonders wenn sie nicht wie üblich dabei den Kopf weit im Nacken hat, sondern sich im letzten Moment noch an meine Brust kuschelt. Wie sie morgens (meistens) erzählend und quietschend aufwacht und sich wie verrückt freut, wenn ich mich dann aus dem Schlaf hervorkämpfe, sie ansehe und begrüße. Wie sie mit uns am Tisch sitzt und zu unserer Familie gehört als wäre sie schon immer da gewesen.

Freitag, 16. Januar 2015

Rein geschlüpft

Wir haben heute die Schwiegereltern zu Besuch nachdem sie ihren Oma-Opa-Tag mit einem Besuch im Schwimmbad verbracht hatten. BM hatte vor und nach dem Baden unermüdlich gespielt und getanzt und sagte dann schon von selbst, dass sie müde sei. Bislang wusste ich nicht, dass das Wort "müde" wirklich zu ihrem Wortschatz gehört.

Sie war ganz kuschelig und ging anstandslos ins Bett, wo sie von ihrem Papa die Erlaubnis erwirkte, noch ein Buch angucken zu können. Derweil pokerten wir... bis es uns oben verdächtig still vorkam. Dennoch war ich sicher, dass BM noch mit der allabendlichen Präparation der Kuscheltiere beschäftigt wäre.

Als ich dann mal nachschauen ging lag sie jedoch wie so oft auf der Kissenrolle und schlief. Ich lockte Oma und Opa nach oben, damit sie das auch mal live sehen konnten und machte mich daran, wie jeden Abend BM richtig zu betten.

Dabei wachte sie noch einmal auf und versuchte erst zu verheimlichen, dass sie - wie jeden Abend und für uns somit natürlich längst kein Geheimnis mehr - mal wieder all ihre Kuscheltiere unter ihr Schlafanzugoberteil gestopft hatte. Dann war sie plötzlich wie hellwach und erklärte kasperhaft:

"Guck mal, Mama, was da rein geschlüpft ist. Die sind da alle rein geschlüpft. Mann, so kann man doch nicht schlafen!"

Als alle Kuscheltiere entfernt waren legte sie sich aber sofort hin, wollte mir noch irgendwas erzählen und schlief bei meiner Antwort schon wieder ein.

Freitag, 9. Januar 2015

Zwischen den Jahren 2014 - Teil 2

Der Weihnachtsmann hatte den Kindern an Heiligabend schon verraten, dass er noch ein paar Geschenke bei den nicht anwesenden Omas und Opas abgegeben habe, damit alle auch am nächsten Tag noch etwas auspacken könnten. So entgingen wir dieses Jahr der krummen Erklärung, dass er sich wohl in der Adresse geirrt haben müsse.

Leider schlug dann ab dem ersten Weihnachtstag die Erkältung bei den Kindern endgültig zu. Als wir bei R.s Familie ankamen musste ich eine weinerliche, kopfschmerzige BM daher mit Fiebersaft dopen. Wie jedes Jahr fand das Weihnachtsessen bei Kimmy statt, und es gab leckere selbstgemachte Klöße mit verschiedenen Braten. Es ging das Gerücht, dass die Klöße etwas kleiner waren als in den vergangenen Jahren. Ich hoffe, das stimmt, denn sonst wären die dreieinhalb Klöße, die ich verspeiste, wohl wirklich etwas zu viel gewesen.

BM blühte powered by Nurofen noch mal für ein paar Stunden richtig auf und hatte mit der anderen Nichte J. viel Spaß. Nach einem dringend notwendigen Weihnachtsspaziergang gab es dann noch einmal eine Bescherung, bei der BM begeistert ihre eigenen Geschenke auspackte und dann vor allem Zwee aber auch uns anderen fröhlich beim auspacken half.

Für unsere kleine Baby-Zwee war der Tag aber leider sehr anstrengend. Die kleinen Äuglein tränten vom Schnupfen, der sie wieder einmal sehr ärgerte. Außerdem sind laute Menschenansammlungen sowieso nicht so ihr Ding. Also verbrachte sie den größten Teil des Tages an mich gekuschelt in der Manduca, schlief oder schaute sich alles an. Beim Geschenke auspacken spielte sie dann aber doch kurz.

Und so kam es, dass beide Kinder bei der Bescherung wohl ihre letzten Kraftreserven aufbrauchten und danach ganz erschöpft weinen mussten. Wir gingen noch kurz zurück zu Kimmy zum Kaffee, aber es machte einfach keinen Sinn mehr, so dass wir unsere kranken Hühnchen schnell einpackten und nach Hause brachten.

Am zweiten Weihnachtstag waren wir dann bei meinen Eltern im Dorf. Den Kindern ging es zum Glück schon ein bisschen besser, so dass der Tag schon etwas besinnlicher ausfiel. BM amüsierte alle, weil sie beim Essen profimäßig ihre Keule in die Hand nahm und annagte. So richtig viel essen mochte sie allerdings doch noch nicht wieder. Zwee machte meinem Vati eine sehr große Freude, indem sie sich von ihm im Kinderwagen schieben ließ und darin nach einigem Umherschauen auch friedlich einschlief. Daher drehten die beiden noch eine Zusatzrunde, nachdem wir anderen den Weihnachtsspaziergang schon beendet hatten... und wurden dabei heftig eingeschneit.

Nach dem regnerischen Heiligabend und 1. Weihnachtstag wurde es nun endlich auch optisch weihnachtlich. Die Kinder waren ganz schön aufgeregt und nutzten die 2cm Schneedecke im Garten gleich ausgiebig. Da Zwee aber dann schon ziemlich knülle war, mussten wir leider wieder etwas hastig abreisen.

So richtig besinnlich und gemütlich wurde es dann für uns erst nach Weihnachten als es den Kindern besser ging und auch wir Eltern etwas herunter gekommen waren. Die Zeit zwischen den Jahren verbrachten wir weitgehend ohne Termine, lebten einfach so in den Tag hinein, spielten mit den Kindern, chillten und genossen die gemeinsame Zeit zu viert. Wir hatten Besuch von A aus B und seinen Damen, wobei sich wieder einmal zeigte, dass BM ziemlich gut mit jüngeren Kindern umgehen kann. R. spielte Hockey. Wir besuchten endlich meinen Onkel in der Reha-Klinik. Zum Glück geht es ihm schon viel besser und er kann sich täglich besser bewegen. Vor allem aber ist er nun nicht mehr so verwirrt wie in den Wochen nach der letzten OP.

Silvester verbrachten wir zu Hause, einerseits weil uns eher nach Gemütlichkeit als nach Party zumute war und andererseits weil Zwee Abends einfach zu Hause sein muss. Am Nachmittag gingen wir gemeinsam mit unseren Nachbarn in den Park und knallten ein bisschen. Zwee schaute ein bisschen zu, interessierte sich aber nicht besonders für Goldregen und co. Dafür machten ihr aber auch die Knaller nichts aus. BM schwankte aufgeregt zwischen ein bisschen Angst und Freude über das Feuerwerk. Dann spielten die Kinder noch ein bisschen im Schnee bevor wir gut durch gelüftet wieder ins Haus gingen. Abends - nachdem Zwee im Bett war - kamen meine Eltern zu uns. Nach dem Abendessen schmückten BM und ich das Wohnzimmer und vor allem den Weihnachtsbaum mit Luftschlangen, wir schauten gemeinsam Dinner for One (was BM eigentlich ganz amüsant, aber dann doch zu lang fand) und machten Tischfeuerwerk. Dann war es auch schon Zeit für BM ins Bett zu gehen. Sie hatte sich Mittags zwar ausgeruht, konnte aber nicht einschlafen. Ansonsten hätte sie es bestimmt bis Mitternacht geschafft. Der Rest der Zeit bis Null Uhr quasselte sich sehr schnell weg und - schwupsdiwups - 2014, das Jahr, das mit soviel Sorge begonnen hatte und dann unsere Familie durch Zwees Geburt komplett gemacht hat, war vorbei. Hallo 2015.

Bevor der Alltag uns wieder einholte hatten wir dann noch ein paar weitere schöne, ruhige Tage. Wir waren noch einmal im Dorf, wo die Kinder den mit Süßigkeiten geschmückten Weihnachtsbaum abschmückten. Ich fürchte, ich habe die Ausbeute schon sehr dezimiert, zumal R. seit heute nicht da ist und ich immer viel naschen muss, wenn ich allein bin. Und überhaupt, wir haben doch noch Eis im Tiefkühler... Aber ich schweife ab. 

Am letzten Sonntag fand dann das traditionelle Fischessen bei Kimmy statt. Kaum zu fassen, aber Zwee hatte sich kaum vom letzten Infekt erholt und fing schon wieder an zu kränkeln. Apropos... heute Schlodderkotze galore. Aber ich schweife schon wieder ab. Danach fand das ebenfalls traditionelle Pokerturnier statt. Da das nichts für die Kinder ist, trafen wir uns stattdessen auf dem Spielplatz mit meiner F. und ihrer Familie, wo wir schnell anderthalb Stunden Informationen austauschten während die Kinder bei Eiseskälte spielten.

Und nun proben wir seit einer Woche wieder den Alltag. Na, nicht so ganz, denn am Montag verbrachte BM noch einen "Ferientag" im Dorf, wo sie erst mit meiner Mutti alle Spiele spielte, die es dort gibt, und dann noch im Kino "Der kleine Drache Kokosnuss" anschaute.

Nun aber wirklich Alltag. Noch fühle ich mich aber ziemlich erholt und mit viel Liebe und Gemütlichkeit aufgetankt.

Fremdsprachen

Die Tatsache, dass es unterschiedliche Sprachen gibt, beschäftigt BM zur Zeit immer wieder. Dies fing an als sie kürzlich aus Versehen auf YouTube eine Folge Mickey Maus Wunderhaus anklickte, die leider auf italienisch war. Ich bekam das gar nicht mit, weil ich nebenan mit Zwee beschäftigt war. Irgendwann hörte ich BM nur schimpfen: "Manno! Die jammern und meckern immer so! So kann ich gar nichts verstehen! Dann will ich das bald gar nicht mehr gucken!" 

Gelegentlich fordert sie uns nun auf, etwas auf englisch sagen, und es fasziniert sie sehr, dass die kleine Halb-Amerikanerin A. schon englisch kann. Noch viel lieber aber spricht BM selbst irgendwelche Fantasieworte und behauptet, dass das dann englisch oder spanisch sei. Gestern im Bett sagte sie auf BM-spanisch: "Ächen bächen". Als ich sie fragte, was das denn nun bedeutet, meinte sie: "Das ist ein großes Pferd... und auf dem reitet ein Tiger."

Und wo wir gerade bei den Abenden im Bett sind. BM hat gern das Licht im Flur an, wenn sie im Bett liegt und schlafen soll. Neuerdings darf es dann aber nicht mehr das Licht im unteren Treppenhaus sein, denn dann wirft ihre Lampe diesen Schatten, der übrigens ein Gespenst ist.




Mittwoch, 7. Januar 2015

Zwischen den Jahren 2014 - Teil 1

Endlich komme ich dazu, ein paar Eindrücke von Weihnachten, Silvester und allem dazwischen aufzuschreiben - auch wenn ich eigentlich im Bett liegen sollte, um jede Minute zum Schlafen zu nutzen, da meine schnupfige Zwee auch diese Nacht bestimmt wieder viel Zuwendung brauchen wird.

Apropos schnupfig. Über die Weihnachtstage waren beide Kinder ganz schön doll erkältet, schlugen sich aber beide angesichts der ganzen Aufregung doch sehr wacker. Heiligabend verbrachten wir gemeinsam mit meinen Eltern und meinem Bruder nebst Familie bei uns zu Hause. Unsere kränkelnde BM machte einen ziemlich ausgiebigen Mittagsschlaf, aus dem ich sie sogar wecken musste. Erfreulicherweise war sie danach trotz des Weckens gleich sehr gut drauf und freute sich auf den Weihnachtsmann. Wir hatten einen recht straffen Zeitplan, da Zwee Aufregung nach 17:30 Uhr gar nicht gern hat. Um 15 Uhr ging es also mit Kaffee trinken los, dann wurden die Kinder zum Spielen nach oben gelotst, während wir unten schnell die vielen Geschenke sortierten und drapierten...

... denn um 16 Uhr stand der Weihnachtsmann vor der Tür. Wir haben dieses Jahr einen Opa-Tausch gemacht. Der Opa von BMs Freundin M miemte den guten Alten bei uns - und später gab mein Vati den Weihnachtsmann bei der Nachbarsfamilie.

Vielen, vielen Dank noch einmal für deinen Einsatz, Vati!

Jedenfalls wurden die Kinder schnell nach unten gerufen. Hatten sie denn das Klopfen etwa gar nicht gehört? Nun hatte der Weihnachtsmann den Sack schon fast ausgepackt und nur noch für jedes Kind ein Geschenk darin. Zuvor wurden PL und BM aber noch ein bisschen vom umfangreichen Wissen des Weihnachtsmannes überzeugt.

Im goldenen Buch stand über BM:

  • Du bist eine tolle große Schwester, weil du sehr lieb zu der kleinen Zwee bist und immer Quatsch mit ihr machst. Manchmal sagen deine Eltern, dass du nicht so wild sein sollst, aber du hast schon recht: Zwee gefällt es.
  • Meine Wichtel haben dich auch beobachtet. Leider haben sie gesehen, dass du manchmal gar nicht auf deine Eltern hörst -  zum Beispiel, wenn du dich anziehen sollst. Das hat mir gar nicht gut gefallen!
  • Die Wichtel haben auch gesehen, dass du im Auto beim Anschnallen oft gejammert hast. Und dein größter Wunsch ist wohl ein Kindersitz für große Kinder mit nur einem Gurt?
    Ich hoffe, wenn du den heute bekommst, dass du dich dann immer artig anschnallen lässt!
  • Aber meistens bist du ja ein sehr liebes Kind, darum habe ich dir heute auch viele schöne Geschenke mitgebracht.
BM nickte brav, traute sich dann aber doch nicht mehr, ihr Lied vorzusingen. Genau genommen wollte sie, dass R. es mitsingt, aber da sie es in der Kita gelernt hat und wir es nicht kennen, ging das leider nicht. PL sagte dafür ein langes Gedicht auf bevor wir alle noch den Klassiker O-Tannenbaum schmetterten.

Vor der Bescherung wird bei uns immer ein Teil der Weihnachtsgeschichte aus dem Lukas vorgelesen. Diese Geschichte beschäftigte BM in den letzten Wochen ja sehr, so dass sie... ähm... sehr aktiv zuhörte und kommentierte. Wir mussten alle ganz schön lachen als sie irgendwann dazwischen rief: "Ja! Und das war ja auch so ein Pech, dass das Baby da grade geboren wurde, weil da ja auch kein Krankenhaus war!"

Das Geschenkewürfeln sparten wir uns dieses Jahr, da die Kinder viel zu aufgeregt waren. Als BM das Päckchen mit ihrem CD-Player auspacken wollte, fragte ich - wie man das eben so tut - was da wohl drin sei. Sie antwortete: "Bestimmt mein Kindersitz!". Na ja, die Größe des Päckchens hatte sie dann wohl etwas falsch eingeschätzt. Sie freute sich aber trotzdem sehr über den CD-Player, die Kopfhörer, Puppensachen, Bücher, etc. Als sie alles von ihrem Stapel ausgepackt hatte, sagte sie jedoch mit einer kleinen traurigen Stimme: "Es ist gar kein Kindersitz dabei." Wenn ich daran denke, will mir noch heute das Herz brechen, und dass obwohl sie natürlich einen bekommen hat. Sie hatte nur das riesige Paket neben dem Weihnachtsbaum noch nicht wahrgenommen. Als sie dann in typischer BM-Manier über uns Eltern herüber kletterte, um noch ein Päckchen für Zwee zu öffnen, sah sie das Paket und ihren Namen darauf plötzlich und rief sofort glücklich: "Da ist mein Kindersitz, da ist mein Kindersitz!" Ja, das größte Geschenk für unsere BM war es dieses Jahr, dass sie fortan nicht mehr mit dem doofen 5-Punkt-Gurt angeschnallt wurde.

Zwee verbrachte die Bescherung recht zufrieden auf meinem Schoß. Die Ente fand sie gleich ganz toll, aber noch toller war erwartungsgemäß ein längeres Stück gekräuseltes goldenes Geschenkband, welches sie ausgiebig bearbeitete.

Ich bekam unter anderem eine Massage geschenkt - R., der Schlawiner hatte sich mal wieder nicht an "Wir schenken uns nur Kleinigkeiten" gehalten. Am 2. Januar kam der Masseur zu mir nach Hause, was wirklich toll und irgendwie noch entspannender war, als wenn man zum Massieren irgendwo hingeht, weil man danach eben nicht wieder nach Hause fahren muss, sondern gleich weiter chillen kann. 

Nachdem mein Vati kurz in geheimer Mission unterwegs gewesen war, aßen wir unser traditionelles Weihnachtsessen Kartoffelsalat mit Würstchen, Schnitzelchen, Buletten etc - welches übrigens von meiner Mutti mitgebracht wurde, so dass wir eigentlich nur das Haus zur Verfügung stellten, aber kaum Arbeit hatten. Ich musste mich dann schon sehr beeilen, weil Zwee ganz schön müde war. So faselte der Abend dann für mich dann leider ein bisschen seltsam aus, weil Zwee wegen der Aufregung und ihrer Erkältung kaum zur Ruhe fand.


Mittwoch, 31. Dezember 2014

Heute vor fünf Jahren



Heute vor fünf Jahren begann -  gefühlt - meine Zeit als Mama, unsere Zeit als Familie... mit zwei positiven Schwangerschaftstests.

BM hatte sich auf den Weg gemacht.

Mittwoch, 24. Dezember 2014

Wach

Morgens kurz nach fünf im Hause Isndingwa.

Ein Kind ist müde, aber trotzdem wach, weil es so doll husten muss.

Ein Kind ist wach, weil es 1. gestern besonders früh eingeschlafen ist, 2. nach einer durchgestillten Nacht eine randvolle Windel hat und 3. die Hustengeräusche des anderen Kindes so komisch findet, dass es immer wieder laut lachen muss.

Dienstag, 23. Dezember 2014

Fertig

Während BM und R. beim alljährlichen Weihnachtssingen in der Alten Försterei waren bin ich just in diesem Augenblick mit allen Vorbereitungen für morgen fertig geworden.

Obwohl ich diesmal mit allem gut in der Zeit lag, musste ich tatsächlich heute noch letzte Geschenke einpacken. Unter anderem Zwees Geschenk, denn ich hatte nach dieser Lektüre bei Gewünschtetes Wunschkind beschlossen, dass Zwee ein Krabbelentchen bekommen soll. Dieses gibt es aber leider nicht mehr im Handel. Zu guter Letzt bekam ich es nun also auf dem letzten Drücker über Ebay Kleinanzeigen. Puh! Zwee wäre es sicherlich egal gewesen, ob und wieviel Geschenke sie morgen bekommt, aber mir wäre es trotzdem blöd gewesen, wenn sie von uns Eltern gar nichts bekommen hätte. Außerdem wird BM schon so bestimmt auffallen, dass Zwee deutlich weniger Päckchen als sie bekommt. Dabei war sie doch immer artig.

Nun gut, jetzt ist alles eingepackt, der Kuchen gebacken und das Wohnzimmer ist besonders gut aufgeräumt, um Platz für meine Familie und die Geschenke zu machen. Um das Abendessen brauche ich mich mal wieder nicht zu kümmern -  meine Mutti bringt alles mit. Ich freue mich auch, dass wir einen Weihnachtsmann haben werden, der auch einiges über die Kinder weiß. Mit einer Nachbarsfamilie tauschen wir gegenseitig die Opas als Weihnachtsmänner aus.

Jedenfalls steht einem entspannten Heiligabend nun wohl  ich mehr im Wege - mal abgesehen von den aufgeregten Kindern.

Babyturnen mit zwei Babys

Gestern machte ich endlich ein Versprechen wahr, das ich BM schon vor Wochen gegeben hatte. Nachdem letzte Woche meine Mutti mit beim Babyturnen war, wurde BM nicht müde, mich immer wieder daran zu erinnern.

Also begannen BMs Weihnachtsferien schon gestern, d.h. sie musste nicht in die Kita. Der Tag startete wie so oft mit einigen Genöle seitens unserer morgenmuffeligen BM. Zum Glück bekam sie sich dann recht bald ein, so dass wir drei einen recht entspannten Vormittag hatten bis es Zeit war loszufahren.

Ich hatte gehofft, dass Zwee im Auto nochmal einschläft, aber BM schmettere die ganze Fahrt über Weihnachtslieder, was ihre kleine Schwester wiederum so toll fand, dass sie die ganze Zeit immer wieder lachen und jauchzen musste. So kam es, dass Zwee schon einigermaßen durchgerührt war als wir in der Hebammenpraxis ankamen. BM holte dann auch erstmal ihre Nabelschnur heraus und stöpselte sich wieder bei mir an. Bei den Begrüßungsliedern fing Zwee wie meistens an zu meckern, wollte nicht auf dem Bauch liegen und die anderen Kinder angucken. Es ist, als bräuchte sie BM (und ich) auch immer etwas Zeit bevor sie sich in Getümmel stürzt. Also nahm ich sie auf den Schoß, an meiner linken Seite klebte BM und so hatte ich meine beiden Babys ganz dicht bei mir -  Flashback galore.

Im Laufe der Zeit tauten meine beiden süßen Mädels aber auf. BM knuddelte BM die ganze Zeit, wollte aber leider nicht mitsingen, obwohl sie die meisten Lieder kannte. Na ja vielleicht hatte sie sich vorher im Auto schon verausgabt.

Richtig lustig wurde es als das Planschbecken aufgebaut wurde. Zwee war putzmunter und planschte noch als fast alle anderen Babys schon meckernd aus dem Wasser gefischt worden waren. BM hing auch halb im Planschbecken und half ihrer kleinen Schwester, oder so. Zum Glück war es in dem Raum so warm, dass BM sowie nur noch in Strumpfhose und Unterhemd war. Die waren dann nass, so dass BM ohne Unterhemd und zum allgemeinen Amusement statt ihrer Strumpfhose in Zwees Überziehsöckchen nach Hause fahren musste. Wie gut, dass Kimmy das Tags zuvor beim Uropa schon mal getestet hatte.

Es war noch eine andere große Schwester da. Sie und BM ignorierten sich einen Großteil des Kurses. Erst als die Babys schon abgetrocknet wurden und der Kurs fast zu Ende war, fanden sie über einem Teller Lebkuchen zusammen. Im Auto erklärte BM dann, dass sie mal wieder eine neue Freundin gefunden habe. Zwee hingegen bekam schon nicht einmal mit, dass ich den Motor anließ - sie war sofort eingeschlafen.

Samstag, 20. Dezember 2014

Freitag, 19. Dezember 2014

Kohlensäure in der Wirbelsäule

Gestern wurde ich von meiner großen Tochter massiert -  und zwar nach dieser Anleitung, die sie in ihrem Yogakurs bekam. Oh je, das klingt jetzt ganz schön abgehoben, aber ja, BM geht seit einem Monat wöchentlich zum Yogakurs in der Kita. Die Mama von einem anderen Kitakind leitet den Kurs und BM wollte wohl vor allem hin, weil sich ihre Freundin mitmacht. Und wir fanden es eine gute Idee, wenn sie bei einer etwas ruhigeren Aktivität mitmacht. Außerdem ist das ein bisschen wie Tanzen, wo ihr das Nachahmen und Einstudieren von Bewegungsabläufen auch viel Spaß machen.
Also jedenfalls lag ich also auf BMs Teppich und wurde massiert. Oder so. Und hörte dabei einen Vortrag darüber, dass man aber nicht in der Mitte entlang (aka Wirbelsäule) drücken dürfe, weil da nämlich die Kohlensäure drin sei. Ich fragte mehrfach nach: ja, Kohlensäure.

Nun ja, nicht auf der Wirbelsäule herumzudrücken, ist ja in jedem Fall schon mal gut zu wissen.

Donnerstag, 18. Dezember 2014

3. Adventswochenende

Nun ist zwar schon wieder Donnerstag, aber ich will trotzdem noch ein bisschen über unser das letzte Wochenende schreiben. Nachdem R. sechs Tage auf Dienstreise gewesen war begann das Wochenende für uns schon am Freitag - nämlich als er mit etwas Verspätung und ohne Koffer zum Frühstück nach Hause kam. Als BM ihn an der Tür sah, hüpfte sie ihm gleich entgegen. Endlich waren wir wieder vollzählig.

BM ging dann kurz in die Kita, da dort die gebastelten Meisenringe und Apfelketten für die Tiere aufgegangen werden sollten -  leider nur im Garten statt im Wald, weil es sehr stürmisch war. Und dann kam auch noch der Weihnachtsmann (oder wie BM leider erkannte der verkleidete Erzieher M.) und brachte jeder Gruppe ein Geschenk. Unter anderem gab es eine Kiste Looms. Wider Erwarten hat BM das gleich verstanden und schon ein Armband und einen Ring mit nach Hause gebracht.

Noch vor dem Mittagessen holten wir BM wieder ab und fuhren zu R.s Mutti zum Mittagessen, weil ja sowieso Oma-Opa-Tag war und wir vor der Putzfrau flüchten wollten. Danach blieb BM dort und wir machten uns auf zum Weihnachtsmann a.k.a. Shoppen. Wir hielten Händchen und kuschelte schön mit Zwee -  wie eine frischgebackene 1-Kind-Familie.

Am Samstag Vormittag ging es erstmal so weiter weil BM bei den Nachbarszwillingen zum Basteln verabredet war. Dann machte ich einen meiner seltenen Ausflüge ins Fitnessstudio, wovon ich noch bis Dienstag was hatte.

Am Abend dann war BMs langersehnter Tanzauftritt beim Weihnachtsball der Tanzschule. Da es erst 19:30 Uhr losging, konnte ich mit Zwee leider nicht mit. So fuhren unsere ganz in rot gekleidete BM und R. mit dem Zug in die Innenstadt, wo die kleinen Tanzmäuse zu Volker Rosins Feuerwehrlied tanzten. BM machte das richtig toll und sagte gleich danach begeistert, dass sie bald wieder einen Auftritt haben möchte.

Am Sonntag ging es dann mit R.s Eltern nach Tornow, wo wir dem nasskalten Wetter trotzten und erstmal einen kurzen Spaziergang am See entlang machten. Zwee durfte zum ersten Mal so halb im Kinderwagen sitzen und fand diesen dann zum ersten Mal seit drei Monaten nicht zum schreien, sondern guckte warm eingemummelt eine dreiviertel Stunde zufrieden umher bis sie dann doch wieder in die Manduca wollte. Wenn man das Kuchenpicknick außer Acht lässt, hatten wir uns damit das anschließende Entenessen in der Gaststätte zur Linde wohl verdient -  und es war unheimlich lecker. Schade war nur, dass Zwee kurz zuvor eingeschlafen und in der Gaststätte vorzeitig und etwas missmutig wieder aufgewacht war, so dass wir uns mit dem Essen und Babyumhertragen abwechseln mussten.

Als wir dann wieder zu Hause waren stellten wir unseren Weihnachtsbaum auf, den BM und ich dann gemeinsam schmückten während Zwee ein Nickerchen auf R.s Brust machte.

Es war richtig schön, soviel Zeit miteinander zu verbringen.

Donnerstag, 11. Dezember 2014

Nichtspielzeug

Von all den schönen Spielsachen, die Zwee hat, sucht sie sich doch immer wieder einen ollen Deckel zum Spielen aus. Sie liebt die Dinger heiß und innig.

Mittwoch, 10. Dezember 2014

Zwee bei der Osteophatin

Da kurzfristig ein Termin frei wurde, mussten wir nun doch nicht bis Januar warten, um mit Zwee zur Osteophatin zu gehen, sondern hatten unseren ersten Termin schon heute. 12 Uhr war nicht die beste Zeit für uns, denn auch wenn Zwee zur Zeit mal wieder zu unerwarteten Zeiten mal kürzer, mal länger einschläft, macht sie zur Mittagszeit doch meist zumindest ein Nickerchen, wenn nicht gar einen ausgewachsenen Mittagsschlaf. 

Ich weiß eigentlich nicht so recht, was ich von dem Termin halten soll. Die Physiotherapeutin-Schrägstrich-Osteophatin tastete Zwees Nacken, Schultern, Schlüsselbeine ab, was diese überhaupt nicht gut fand. Genau genommen weinte Zwee lauthals dicke Kullertränen und machte sich mit aller Kraft zum Flitzebogen. Die Osteophatin zeigte mir mit welchem Druck sie Zwee anfasste - nämlich mit gar keinem, es war wirklich nur eine Berührung. Das heißt es dürfte ihr eigentlich nicht weh getan haben. Wahrscheinlich mochte mein armes, fremdelndes Baby es nur nicht auf dem Rücken liegen und von einer fremden Person angefasst werden.

Weil Zwee das also so doof fand, nahm ich sie dann auf den Arm und reichte ihr gleichzeitig ein Spielzeug zum Abtasten und Anschlecken. Das fand sie dann so toll, dass sie die Berührungen der Osteophatin fortan komplett ignorierte. Nur am linken Schlüsselbein wollte sie nicht so recht angefasst werden. 

Und was hat sie nun? Jedenfalls keine Blockade, sondern wahrscheinlich nur ein muskuläres Problem - was genau auch immer das heißt. Jedenfalls kann sie den Kopf nach rechts zu 100% so drehen wie es sein sollte, auf die linke Seite kommt sie nur zu 80%. Wir sollen sie weiter ermuntern, beim Spielen nach links zu drehen. Das ist in den letzten zwei Monaten ja sowieso schon viel besser geworden. 

Nun bin ich jedenfalls sehr gespannt, ob diese erste Abtastung(?) schon spürbare Veränderungen bringt. Heute konnte ich noch nichts beobachten, denn Zwee schlief danach drei Stunden. Dann ging es auch schon zu BMs Tanzstunde und auf dem Rückweg schlief sie schon wieder ein. Zu Hause aß sie dann schön ihren Abendbrei, wollte aber gar nicht gern auf der Krabbeldecke spielen, sondern lieber auf meinem Arm sein. Ich denke, sie war wirklich fix und alle von diesen 10 - 15 Minuten Osteophatiedings. 

Sonntag, 7. Dezember 2014

Cinderella und Strohscheiß

Heute nahmen meine Eltern ihre beiden großen Enkelmädchen mit zu Cinderella. Es muss wirklich ganz toll gemacht sein und den beiden Mädels hat es sehr gut gefallen, auch wenn unsere BM auch mal weinen musste, weil sie Angst vor den beiden bösen Schwestern hatte. (Ja, bis auf Conni und Mickey Maus Wunderhaus ist ihr immer noch fast alles zu gruselig.) Mein Vati verbrachte die drei Stunden mit auf die Zehenspitzen aufgesetzten Füßen, damit PL bequem auf seinem Schoß sitzen konnte, und BM stand auf dem Sitz und lehnte sich an meine Mutti, weil wohl direkt vor ihnen recht große Leute saßen.

Danach wurden im Dorf noch bereits vorbereitete Plätzchen kunstvoll verziert. Meine Mutti hatte alles generalstabsmäßig vorbereitet, was auch gut war, den PL findet das Ausstechen mittlerweile ganz schön langweilig. Dafür ist sie wohl neuerdings schon zu groß.

Später stießen mein Bruder und seine Frau und ich mit Zwee dazu. Ja, ohne R., denn er war gestern Abend arbeitsbedingt nach Asien geflogen. Ich glaube, der Business Class-Flug versüßt ihm die Reise ein bisschen, aber davon abgesehen finden wir es ganz schön doof, fast eine ganze Woche voneinander getrennt zu sein. Und das in der Weihnachtszeit. Manno!

Na, jedenfalls tranken wir Kaffee, die Kinder spielten noch ein wenig... Und irgendwann lief ich BM im Flur über den Weg, wo sie in mir gut bekannter Weise zu husten anfing. Ich konnte noch schnell Zwee ihrer Tante in den Arm drücken als BM schon anfing, ihre Kartoffelsuppe  auszubrechen. Diesmal immerhin nicht in meinen Ausschnitt sondern nur ein bisschen auf meinem Hose und größtenteils auf den Badezimmerfußboden. Ganz tapfer (wie immer bei sowas) erbracht sie dann noch den letzten Rest in die Toilette.

Da BM schon seit Tagen immer mal wieder über unspezifische Bauchschmerzen geklagt hatte, glaube ich nicht an eine einmalige Entleerung. Wir machten uns also alsbald auf den Heimweg, wobei BM über ihre Sicherheitsbrechschüssel gebeugt einschlief. Mir war klar, da kommt noch was, wenn sie so einschläft. Zu Hause angekommen würde BM gar nicht richtig wach und schlief auf dem Sofa weiter.

Nein Glück, denn ich konnte kurz mal Zwee wickeln und stillen. Dann kackerte Zwee gleich nochmal in die frische Windel. Klumpig, und zwar so viel, dass es sich sogleich am ganzen Rücken verteilte. Ich wollte mich so gern um mein krankes Hühnchen kümmern, habe ja aber nur zwei Arme und einen Mann auf Dienstreise. Also badete ich das Baby während BM dankenswerter Weise noch weiter schlief. Irgendwann war Zwee dann wieder sauber und zufrieden und spielte kurz alleine, so dass ich endlich BM nach oben in ihr Bett bringen konnte. Da schlief sie dann mehr schlecht als recht weiter und jammerte im Schlaf immer wieder vor sich hin. Ich brachte Zwee ins Bett, die zum Glück auch verhältnismäßig schnell einschlief.

Als ich gerade bloggte wurde BM wieder wach, hatte Bauchschmerzen und fühlte sich schlecht. Einmal Brechen und einmal Durchfall. Zur Ablenkung lasen wir noch in ihren Weihnachtsbüchern. Dann wollte sie mit dem Tablet spielen während ich noch ein paar letzte Zeilen tippte.

Nun liegen wir Mädels also mal wieder zu dritt im Schlafzimmer, denn ich will meine BM heute Nacht nicht alleine schlafen lassen. BM hatte sich kaum hingelegt als sie auch schon eingeschlafen war. Ich hoffe, dass ihr armes Bäuchlein sich jetzt beruhigt und sie sich gesund schlafen kann.

Adventszeit

Nun ist heute schon der zweite Advent, und ich muss unbedingt mal ein bisschen weihnachtliches aufschreiben. 

Am 1. Advent hatten wir unser alljährliches Adventskaffeetrinken mit unseren ehemaligen Nachbarsfreunden - also ehemalige Nachbarn, Freunde immer noch - wobei dann auch mit den Kindern gebastelt und die Wunschzettel bemalt wurden. Meine liebste F. hatte sich wieder die größte Mühe gegeben und alles für unser Treffen im Clubkeller organisiert. Leider war Zwee von den Menschenmassen und der Lautstärke ganz und gar nicht begeistert und von Anfang an ganz schön weinerlich. Als R. versuchte, mit ihr spazieren zu gehen, schrie sie so verzweifelt, dass sie ganz fleckig im Gesicht wurde und R. schnell zurück eilte. Also schnallte ich sie um und verbrachte einige Zeit in F.s Wohnung, damit Zwee sich beruhigen konnte. Irgendwann schlief sie ein und erholte sich so ein bisschen. 

BM hingegen hatte richtig viel Spaß mit den anderen Kindern. Ich half ihr beim Malen des Wunschzettels, der leider nicht wirklich viele Ideen enthielt. Tatsächlich malte sie eigentlich nur, was ich ihr so in den Mund legte... Bis auf ihren einzigen, schon lange gehegten Wunsch: Einen Autokindersitz mit nur einem Gurt, also Klasse II. Nun hat sie ja die erforderlichen 15 Kilo seit kurzem geknackt, so dass der Weihnachtsmann dem täglichen Anschnalltheater ("Das ist zu eng! Mecker! Nöl!") endlich ein Ende bereiten kann. 

Danach verschönerten die Kinder kleine Lichterketten mit Lampenschirmen aus Muffinförmchen. Es wurde noch ein bisschen gesungen und dann kam er: Der Weihnachtsmann. Oder zumindest einer seiner Helfer, denn BM erkannte gleich, dass der doch nur verkleidet war. Immerhin hatte der gute Mann dieses Jahr seine Zunge etwas besser im Zaum und fluchte nicht allzu wild vor den Kindern. Er wusste auch allerhand über jedes Kind. BM lobte er, weil sie seit einiger Zeit immer so artig ins Bett geht und einschläft (... auch wenn er ihr leider in den Mund legte, dass sie dies vorher wohl nicht getan hatte, weil sie Angst hatte. WTF. Aber es ist wohl noch kein Weihnachtsmann vom Himmel gefallen.) Allerdings müsse BM nun doch mal das Nägelkauen sein lassen. BM hörte artig und tapfer zu und übergab ihren Wunschzettel. PL wurde ganz doll ermahnt, besser auf ihre Eltern zu hören und nicht immer so zickig zu sein. Aber auch sie trug es mit Fassung. 

 BM malte auf ihren Wunschzettel auch ein Weihnachtsbuch bzw. es sollte ein Buch mit der Weihnachtsgeschichte sein. Auf diese waren wir irgendwie gekommen während wir beide gemeinsam Plätzchen ausstachen. Ich erzählte ihr die Weihnachtsgeschichte, die ganze Unterhaltung dauerte kaum fünf Minuten. Und doch blieb sie bei ihr hängen. In den folgenden Tagen erzählte sie immer wieder, dass da vor ZWEITAUSEND Jahren diese Menschen gelebt haben, dass sie aber längst tot seien. Auch der König, der sie alle zählen wollte, und sogar das Baby. Und dass es da noch keine Krankenhäuser gab, so dass das Baby im Stall geboren wurde und in einer Krippe liegen musste. 

Da Weihnachtsbücher zu Weihnachten irgendwie etwas zu spät gewesen wären, bekam sie von uns vom Nikolaus zwei tolle Bücher: "Weihnachten im Stall" von Astrid Lindgren erzählt die Weihnachtsgeschichte ohne Gott und vor allem schön einfach, so dass man noch viel drum herum besprechen kann. "Wo der Weihnachtsmann wohnt" ist herzallerliebst geschrieben und bebildert. Kindgerecht und doch musste ich einige Male denken, dass die Beschreibung der Werkstätten und Abläufe von einem BWLer geschrieben wurden. Vor allem wird darin beschrieben wie die kleinsten Wichtel sich in den Häusern der Menschen verstecken, die Kinder beobachten und dem Weihnachtsmann mitteilen, ob sie denn auch artig gewesen sind. Diese Stelle hat BM nachhaltig beeindruckt. Den ganzen Tag erklärt sie nun immer wieder, wo sich gerade ein klitzekleiner Wichtel verstecken könnte. Und dann gab es noch von Uroma auch vom Nikolaus "24 Weihnachtsgeschichten", die schön kurz und zum schmunzeln sind und immer auch . Damit sind wir nun wirklich gut ausgerüstet für die Adventszeit. 

Ach ja, der Nikolaus. Wir haben am Vorabend natürlich alle unsere Schuhe geputzt. Genau genommen hat Zwee ihre Fellschühchen abgeschleckt, aber das ließen wir auch gelten. BM putzte mit wahrer Imbrunst ihre Winterstiefel und war schon ganz schön aufgeregt. Am Morgen machte sie dann aber ganz kurz ein erschrockenes Gesicht, denn der Nikolaus hatte die Schuhe nicht im Flur stehen lassen, sondern sie ins Wohnzimmer geräumt. Das hatte BM aber nicht gesehen als sie schnurstracks in den Flur gerannt war. Dann war aber doch die Freude groß als BM erst mit Begeisterung unsere Schuhe auspackte und dann ganz zuletzt ihre eigenen (Bücher-)Geschenke. 

Mir macht es jedenfalls riesigen Spaß, die Adventszeit mit BM zu erleben, weil sie dieses Jahr zum ersten Mal richtig viel fragt bzw. sich selbst zusammenreimt. Und weil sie Weihnachtsbeleuchtungen genauso toll findet wie ich. 

Sieben Monate Zwee

Die Zeit um ihren siebten Monatsgeburtstag herum hatte unsere Zwee es nicht leicht. Erst war sie erkältet. Als es ihr scheinbar wieder besser ging, erbrach sie nach einer durchgezechten Nacht am Dienstagmorgen reichlich olle Milch auf mich (Wobei ich mich schon frage, warum sie die ganze Nacht mindestens stündlich trinken wollte. Wenn einem übel ist, trinkt man doch keine Milch...). Auch tagsüber musste sie immer mal wieder brechen. Die Tage danach - eigentlich bis Freitag - musste sie zwar nicht mehr brechen, schlief aber viel, musste viele Bäuerchen machen und wollte kaum spielen. Eigentlich wollte sie den ganzen Tag nur in der Manduca hängen, mal schlafend, mal einfach umher schauend. Erst gestern ging es dann wieder etwas bergauf als Zwee endlich wieder ihr Markenzeichen Quietschjauchzen erklingen ließ.

Nachdem sie einige Tage fast keinen Mittagsbrei gegessen hatte, langte sie gestern recht ordentlich zu, so dass wir ihr spontan am Abend zum ersten Mal Grießbrei mit Birnenmus machten. Zwee ließ sich ziemlich begeistert von ihrem nicht weniger begeisterten Papa füttern und spachtelte fast 100 g weg. Definitiv ein neuer Rekord.

Und sonst so? Unsere Zwee besteht zur Zeit auf 100% Mama-Kontakt. Ich darf mich kaum mal aus ihrem Sichtfeld entfernen. Wenn ich  mich dann doch mal von ihr entferne, ruft sie "Wuä-wuä", was von der Melodie her wie ein ziemlich verzweifeltes "Mama" klingt. In der letzten Woche weinte sie ein paar Mal so bitterlich, wenn ich nicht da war, dass sie ganz rote Flecken im Gesicht bekam. Das heißt nicht, dass ich sie alleine schreien ließ, sondern sie war ja bei ihrem Papa. Wenn Oma oder Opa oder gar noch andere Menschen sie ansprachen, machte sie gleich ein zuckersüßes Schippchen und fing recht schnell auch an zu weinen. Unser Mädchen scheint wirklich ziemlich doll zu fremdeln, und dass sie die Tage nicht ganz auf dem Posten war, hat sicherlich auch dazu beigetragen.

Größere Menschenansammlungen oder einfach nur laute Geräusche gefallen Zwee im Moment gar nicht. Da muss sie sich immer gleich bei Mama oder Papa ankuscheln oder gar ein bisschen weinen.

Wenn Zwee dann aber "sie selbst" ist, ist sie immer noch ein so fröhliches, sonniges Kind. Gerade erinnert sie mich sehr an BM, wenn sie laut jauchzend die Ärmchen nach mir ausstreckt und mich an Gesicht oder Haaren zu sich herab zieht, weil BM das genauso gemacht hat. Und natürlich macht es mich sehr stolz und glücklich, dass meine Zwee mich so lieb hat. Bei BM und R. macht Zwee das genauso, wobei R. sich nun wieder angewöhnen muss, gut auf seine Brille zu achten, denn die findet unser Töchterchen besonders klasse. Zugegeben, es nervt mich schon ein bisschen, dass Zwee nun ständig an meinen Haaren zieht - besonders, wenn ich einen Zopf habe und sie sich die kleinen Härchen im Nacken zum Festhalten aussucht. Autsch!

Wenn Zwee sich nicht drehen soll - also z.B. im Bett oder auf dem Wickeltisch - dreht sie sich ziemlich gerne und scheinbar problemlos vom Bauch auf den Rücken. Liegt sie aber auf der Krabbeldecke und mag nicht mehr auf dem Bauch liegen, nölt sie meist nur herum, anstatt es mal mit einer Drehung zu probieren. Das soll mal einer verstehen. Dafür pivotiert sie nun mehr und mehr. (Den Fachbegriff dafür habe ich neulich beim Babyturnen gelernt.) Am meisten reckt und streckt sich unsere kleine Quatschmaus aber, wenn sie bei jemandem auf dem Arm ist. Dann lehnt sie sich waghalsig in alle Richtungen, um begehrte Dinge zu erreichen.

Unser Mädchen mag es immer noch sehr gerne - also viel lieber noch als BM - wenn man mit ihr singt und spielt. Manchmal setzen wir sie nun schon ein paar Minuten in den Hochstuhl. Wenn man dann "Mit Fingerchen" singt und vormacht, patscht sie auch gern mit ihren Händchen auf die Tischplatte. Beim Fähnchenlied hält sie nach einer Weile immer ein Händchen in die Luft, vielleicht ein erstes Zeichen, dass sie auch da mitmachen möchte. Und wenn dann noch ihre große Schwester ein "Ather" (Theater) aufführt und lauthals singend vor ihr herum tanzt, dann flippt Zwee regelmäßig vor Freude aus, quietscht und strampelt was das Zeug hält.

Im Moment könnte ich Zwee noch ewig stillen. Gefühlt bin ich auch längst nicht so erschöpft wie damals als BM Nachts stündlich trinken wollte. Jedenfalls schlafe ich dazwischen ganz gut und träume nicht schlecht. Überhaupt versuche ich, jeden Moment besonders zu genießen und habe jetzt schon Angst vor den ganzen letzten "ersten" Malen, die demnächst auf uns zukommen werden. Bei BM wusste ich ja, dass wir noch ein Kind wollen und ich noch einmal ein Kind stillen, tragen, bekuscheln und dabei beobachten könnte, wie es sich nach und nach zu einer "richtigen" Persönlichkeit entwickelt.

Kleine, süße Zwee, wo ist nur das Neugeborene hin, das du einmal warst? Warst du nicht schon immer bei uns? Vieles liegt noch im Dunkeln, aber immer mehr lässt du uns dein zauberhaftes Wesen erkennen. Es ist so schön, dich zu haben und bei dir sein zu dürfen.