Mittwoch, 26. März 2014

"Eins, zwei, drei! Ich liebe dich!"

... riefen R. und BM mir immer durch's Telefon zu während ich im Krankenhaus lag. Außerdem erzählte mir BM z.B. "Ich hab von Mama geträumt, von Papa und von das Baby. Die ganze Gemilie!"

Umso schmerzlicher wurde mir mit jedem Tag bewusst wie sehr ich meine beiden Menschen vermisse.

Schon am Sonntag war ich ziemlich nah am Wasser gebaut, am Montag Morgen war es komplett um mich geschehen. Auslöser war, dass ich morgens mit der Nachricht überrascht worden war, dass einen weiteren Tag lang der Blutzucker komplett durchgemessen werden sollte. (Hatte ich eigentlich schon verbloggt, dass der 1-Stunden-Wert des "großen" Zuckertest ein bisschen zu hoch war?)

Jedenfalls war das der dritte Tag, an dem mir die Finger wundgepiekst wurden. Vielleicht bin ich besonders wehleidig, vielleicht war die verwendete Lanzette wirklich etwas groß wie meine liebe Zimmernachbarin (mit langjähriger Diabetes I) meinte - zumindest hatte ich schon überall kleine blaue Flecken an den Fingerkuppen. Vielleicht hatte das aber auch gar nicht wirklich etwas damit zu tun. Jedenfalls war ich fertig mit der Welt und eine Stunde lang ziemlich aufgelöst. Eine liebe Krankenschwester meinte dann, ich solle auf jeden Fall versuchen, bei der Visite eine klare Auskunft zu bekommen, da meine letzte Blutung ja schon fast eine Woche her war (mal abgesehen von ein paar SB-Resten). Ich glaube, sie hat die Ärztin dann auch schon ein bisschen vorgewarnt, denn diese reagierte gleich ganz positiv und sagte, dass ich aus ihrer Sicht entlassen werden könne - und zwar noch am selben Tag!! Nur der Internist wolle noch mal mit mir über die Zuckerwerte sprechen, was dann aber doch nicht mehr stattfand. Ich sagte auch, dass ich mich bzgl. der Schwangerschaftsdiabetes sowieso lieber ambulant betreuen lassen.

Jedenfalls holte mich also mein R. am Montag Nachmittag aus dem Krankenhaus ab. Eine ältliche Hebamme gab mir noch mit auf den Weg, dass ich eine "lebende Zeitbombe" sei. Ähem. So ist es nicht verwunderlich, dass wir trotz aller Freude beide ein etwas mulmiges Gefühl dabei hatten. Der Arztbericht sagt übrigens, dass ich eine Plazenta Praevia Marginalis habe und ein Sinusgefäß direkt vorm inneren Muttermund liegt - dieses kann immer wieder anfangen zu bluten. Somit gehe ich eigentlich immer mit ungutem Gefühl auf die Toilette, denn bei den beiden Blutungen hatte ich ja absolut nichts gespürt. Bislang gab es aber keine bösen Überraschungen, und morgen bin ich dann auch bei der magischen 29+0 SSW-Grenze angelangt, bei der ich nicht mehr in ein Krankenhaus mit Perinatalzentrum I müsste, d.h. R. und BM müssten nicht mehr 80 km Hin und Zurück fahren, um mich zu besuchen.

Übrigens war es am Montag noch sehr seltsam wieder zu Hause zu sein. Es kam mir vor als wären Monate statt "nur" 10 Tage vergangen. Alles war so unvorbereitet passiert, die Zeit im Krankenhaus war wie auf einem anderen Planeten. Hinzu kommt, dass zwischenzeitlich unser neues Schlafzimmer geliefert worden war, so dass ich also in einem anderen Zimmer in ein neues Bett ging - so gemütlich das auch ist, fühlte es sich irgendwie nicht gleich wie "heimkommen" an.

Seit gestern liege ich nun also auf der heimischen Couch. Ich habe von R. absolutes Treppenverbot bekommen, d.h. ich darf nur morgens aus dem Schlafzimmer heraus und muss dann den Tag im Erdgeschoss verbringen bis wir Abends wieder ins Bett gehen. Außerdem nimmt er mir weiterhin absolut alles ab, obwohl er nun auch wieder arbeiten geht und seine To-Do-Liste stetig länger wird. Bis morgen (29+0) ist mir das an sich auch sehr lieb, aber dann sollte ich mich wohl wirklich wieder ein bisschen bewegen. Auch im Krankenhaus sollte ich kleine Spaziergänge machen, zum einen um nicht vollkommen abzuschlaffen und zum anderen um sicherzugehen, dass ich auch mit leichten Belastungen blutungsfrei bleibe.

Also: Alle Daumen her! Ich strebe jetzt 9 Wochen Schonung zu Hause an! ... und wenn ich dann noch einen Wunsch frei hätte, soll meine doofe Plazenta bitte-danke ruhig noch ein paar Zentimeter rutschen und eine natürliche Geburt ermöglichen.

Nun schnell noch eine aktuelle Bauchbildgalerie: Seit der 24. Woche hat sich schon wieder einiges getan. Zwee macht sich mittlerweile sehr breit und zappelt, was das Zeug hält. Wir haben ja eigentlich ein ruhiges Kind bestellt, aber von den Bauchturnereien unterscheidet sie sich bislang überhaupt nicht von ihrer quirligen großen Schwester.


Kommentare:

  1. Du arme machst was mit. *seufz*
    Alles alles gute für die nächsten Wochen, wird schon werden alles.
    Was für einen braven Mann du hast er Dich so unterstützt, so solls sein, schön.
    Alles leieb für Euch. ^^
    Pass auf Euch zwei gut auf.
    GLG, MamaMia

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  2. Wie schön, dass du nun wieder zu Hause sein kannst! Alles Gute für die nächsten Wochen!

    Herzliche Grüße, Anabell

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