Dienstag, 7. Juni 2011

Neun Monate Babymädchen

Neun Monate ist das Babymädchen nun schon alt. Ein dreiviertel Jahr und fast schon kein Baby mehr. 

Oft schauen R. und ich uns an und sagen Dinge wie: 
"Sie ist ja schon ein richtiger kleiner Mensch.", "Nicht zu fassen, dass wir das gemacht haben." und natürlich auch "Wir haben das süßeste, tollste Baby der Welt" und einfach "UNSER MÄDCHEN!!"

Beim letzten Badetag brachte unser 7,6 kg auf die Waage. Der Brei scheint ihr also gut zu bekommen. .... und dieser süße kleine Babyspeck an den Ärmchen, die man bei diesem Wetter nun auch nicht mehr unter langärmeligen Oberteilen verstecken muss!! Kein Wunder, dass das Babymädchen täglich viele, viele Küsschen von uns sammelt!!

Zurück zu den Daten. Am Wochenende versuchten wir, Babymädchens Größe mittels eines Zollstocks zu ermitteln, was aber wegen akuter Zappelei kaum möglich war. Wir denken, dass sie nun etwa 69 cm groß ist. Das deckt sich auch weitgehend mit Babymädchens Garderobe, denn Größe 68 passt immer noch sehr gut, auch wenn sich nun langsam ein paar kleiner ausgefallene Teile in 74 eingeschlichen haben.

Hurra, wir haben ein richtiges Kuschelmädchen!! Morgens im Bett wirft es sich auf uns, schmiegt ihr Gesichtchen an uns (oder auch mal ein Kissen) und ruht sich so kurz aus. Kuscheln eben. Auch beim Spielen hält es immer mal wieder kurz inne, um dann auf mich zuzustürmen und sich in meine Arme zu werfen. Oft bekommte ich dann auch Babyküsse, d.h. sie wirft sich wie ein kleines Raubtierchen mit weit geöffneten Mündchen auf mich und schlabbert mein Gesicht voll. 

Tagsüber schläft das Babymädchen am liebsten in der Manduca ein während ich gleichzeitig beide Händchen halte. Mittagsschlaf machen wir nun oft gemeinsam im "großen" Bett und auch die frühen Morgenstunden nach dem ersten Stillen verbringt das Babymädchen immer bei uns. Dann kuschelt es sich dicht an mich oder mittlerweile auch gerne an R. und wir schlafen Nase an Nase und Händchen haltend ein.

Im Moment spielt das Babymädchen fast ausschließlich im Stehen. Sitzen ist Babykram und total out. Meist findet man das Babymädchen zwischen ihrer Spielzeugtonne und dem Laufwagen. Abwechselnd wir dann an den Knöpfchen des Laufwagens herum gedrückt, versucht auf selbigen heraufzuklettern und zwischendurch immer mal ganz wichtig in die Tonne geguckt und einige Spielzeuge herausgeworfen. Das Aufräumen Hineinwerfen von Dingen ist dem Babymädchen allerdings noch nicht in den Sinn gekommen. 



Außerdem krabbelt das Babymädchen in einem Affenzahn durch die Wohnung und versucht, alle Schränke und Schubläden zu öffen. Die Schränke, die gefährlich sind, haben wir mittlerweile mit Kindersicherungen versehen. Man muss wirklich aufpassen, dass man esvor lauter Niedlichkeit nicht die ganze Zeit gewähren lässt, weil es in Null-komma-Nix seinen jeweiligen Aufenthaltsraum in ein Schlachtfeld verwandeln kann. Man kann kaum so schnell aufräumen wie das Babymädchen alles herauszerrt und abschleckt. 

Ja, Abschlecken ist immer noch DIE Tätigkeit, die das Babymädchen stets und ständig ausübt. Immernoch gehen alle Gegenstände erst mal in den Mund und werden so ausgiebig untersucht. Optische bzw. Schüttel-Untersuchungen werden kaum jemals angewandt, das Babymädchen verlässt sich auf seine Zunge. 

Ganz gelegentlich kommt nun auch mal ein angedeuteter Zangengriff zum Einsatz, z.B. bei Krümeln oder Klecksen auf dem Hochstuhl. Wenn, dann wird dazu meist die linke Hand genommen. So ein richtiger Krümel- und Fusselsammler ist das Babymädchen aber definitiv noch nicht. 

Wir verstehen uns immer besser. Das Babymädchen hat sich ja in den letzten Monaten ganz klar auf seine motorische Entwicklung konzentriert, doch jetzt "spricht" es immer mehr, wenn auch meist noch nicht mit wiederholten Silben. Trotzdem kann man jetzt schon ganz gut hören, was es will, ohne dass es erst Geschrei geben muss. Geht morgens der Papa aus dem Raum, ruft es nach ihm mit einem eindringlichen "Eyyy Eyyy". Oft schwenkt das Babymädchen beim Spielen die Kinderzimmertür fast zu, so dass es nicht mehr daran vorbeikrabbeln kann. Dann ertönt ein recht verzweifeltes "Hä hä hä". Sitzt es schon im Hochstuhl und wir sind noch dabei, den Brei fertig zu rühren oder zu pusten, mecker-weint es mit einem hungrigen "Mmmmh".

Am allerliebsten aber hören wir das fröhliche Juchz-Quietsch-Geräusch, dass das Babymädchen macht, wenn es sich doll freut oder etwas sehr spannend ist. Unerklärlicherweise ertönt dieses Geräusch der Begeisterung immer, wenn wir die Wohnungstür öffnen und unser - nicht besonders schöner - Hausflur zum Vorschein kommt. Aber auch, wenn es vom Wickeltisch den Baum vorm Fenster sieht oder das Spiegelbaby erblickt oder Papas Hand an der anderen Seite des Türfensters oder natürlich Mama, Papa, Omas, Opas, Onkel, Tanten, Cousine.... 

Andere Kinder findet das Babymädchen auch toll. Vor allem größere. Wenn die dann noch Faxen machen und z.B. auf und ab hüpfen, kriegt es sich vor lauter Lachen gar nicht mehr ein. Überhaupt ist ihr süßes Babylachen so entzückend und ansteckend, dass wir alle immer mit lachen müssen.

Ein Dreiviertel Jahr ist unser kleines, großes Wunder nun also schon bei uns, und genau genommen können wir uns kaum noch an das kleine Neugeborene erinnern, weil das Babymädchen unser Leben im hier und jetzt so ausfüllt. Wir erzählen uns abends im Bett oft noch wie niedlich und toll es an dem Tag mal wieder war und freuen uns schon auf den nächsten Morgen, wenn wir es endlich wiedersehen und in die Arme schließen können.... auch wenn das gerne mal etwas später als 3 Uhr morgens sein könnte.

Wir sind so unglaublich stolz auf unseren kleinen Menschen!!

Quasi zur Feier des Tages wurde beim heutigen Spiel-und-Bewegung-Kurs Fingermalfarbe ausgepackt, mit der die Kinder auf Leinwänden herumschmieren Kunstwerke kreieren durften. Dem Babymädchen war das erst nicht geheuer, so dass ich den Großteil der Farbe auf's Bild brachte, während sich das aufgeregte Babymädchen immer wieder eng an mich schmiegte und somit vor allem uns beide bunt anmalte. Babymädchens grünes Patsche-Händchen im Gesicht rundete meinen Look perfekt ab. Gegen Ende fand unser kleiner Picasso dann aber doch noch Interesse an dem Bild, kratzte mit den Fingernägeln durch die Farbe und manschte ordentlich herum. Und das ist das Ergebnis:

Don't try this at home. :-)

Kommentare:

  1. Wo sind denn die letzten 9 Monate so schnell geblieben??? Nicht mehr lange und wir feiern den 1. Geburtstag *schrei*
    Alles Liebe zum 9-Monats-Birthday wünsche ich der Künstlerin! Den Laufwagen haben wir auch :-) Der Mutzelmann hat ihn schon geliebt und nun erfreut sich auch der Minimutzel jeden Tag daran. Ich habe eh sehr viele Ähnlichkeiten festgestellt.

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  2. Sie liiiiebt das Teil auch und wir haben schon Ohrwürmer von den "tollen" Liedern und Melodien (Ich geh mit meinem Laufwagen auf Abenteuerreise.... *sing*)

    Ja, ist schon witzig mit den vielen Ähnlichkeiten vom Silvester-Test angefangen.... :-)

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