Montag, 7. März 2011

Halbjahresgeburtstag

"Hoch soll sie leben" sangen wir dem Babymädchen beim heutigen Planschen in der Badewanne vor. 
Ein halbes Jahr! Vor einem Jahr begann sich gerade der Babybauch abzuzeichnen, und nun ist unser Töchterlein schon sechs Monate bei uns!! Wir fühlen uns wohl in unserer Elternrolle und genießen die vielen schönen Momente mit dem Babymädchen. 

Das Mama-sein ist einerseits so wie ich es mir vorgestellt habe, andererseits ist es so viel mehr. An einigen Stellen ist es viel einfacher und an anderen vielleicht auch etwas schwerer als ich dachte. Ich wusste, dass ich mein Baby über alles lieben würde, doch die Wirklichkeit ist noch viel überwältigender. Eben das Gefühl, dass man jederzeit alles für dieses perfekte kleine Menschlein tun würde. Dass man jeden einzelnen Moment festhalten und nie mehr vergessen will. Dass man bei jedem Lächeln und Strahlen, bei jeder Niedlichkeit vor Liebe platzen könnte. Wie weh Babytränen tun können. Und das wundervolle Gefühl, das kleine Mädchen trösten und wieder fröhlich stimmen zu können. 

Ich bin eigentlich kein sehr geduldiger Mensch, doch das Leben mit dem Babymädchen lässt mich viele Dinge ruhiger angehen. Ein dahin gefläzter Tag auf der Spieldecke ist trotzdem ein guter Tag, wenn das Babymädchen Spaß hatte. Hat das Babymädchen Durchfall wechsele ich auch die 10. Kacki-Windel ohne genervt zu sein. Nachts stehe ich - bis auf wenige Ausnahmen, in denen ich erstmal aus dem Tiefschlaf kommen muss - blitzschnell auf, um an Babymädchens Bettchen zu eilen, wenn es mich ruft. Das alles ist selbstverständlich und wirkt (meist) nicht wie eine Last. Keine Spur meiner sonstigen Trägheit (was z.B. Haushaltsdinge angeht). 

Nun aber zum Babymädchen. Wir haben hier einen echten Wirbelwind! Und im Vergleich wohl auch einen ziemlichen Motorik-Frühstarter. Das Vorwärtskrabbeln hat das Baby zwar seit dem letzten Monatsbericht noch nicht gelernt, aber trotzdem hat sich wieder einiges getan. Seit dem ersten Hinsetzen hat sie an ihrer Technik gefeilt und kommt nun auf verschiedenen Wegen, aber stets sicher zum Sitzen. Mehr und mehr sitzt sie auch freihändig, obwohl schon täglich ein paar Umplumpser mit Tränchen vorkommen. Durch den Wechsel von Hinsetzen und seitlichem Abrollen bewegt sich das Babymädchen nun auch schon recht gut und nicht mehr nur rückwärts umher. So hat sie es nun auch schon mal bis in den Flur geschafft. Es wird also Zeit, auch außerhalb des Babyzimmers Steckdosen etc. zu sichern.

Überhaupt sitzt oder liegt unser kleiner Quirl nie still. Ständig wird ein rasender Wechsel zwischen Sitzen, halbknien, Spagat-ähnlichen Stellungen, Bauchlage und Seitenlage vollzogen, wobei ein zwischendurch erblicktes Spielzeug (oder Nicht-Spielzeug) in Sekundenschnelle zum Richtungswechsel führen kann. 

Seit einigen Tagen versucht das Babymädchen auch immer wieder auf ihre am Boden liegende Elternteile raufzuklettern. Hängt es erst mal mit dem Oberkörper auf uns drauf, streckt es die Beinchen und kommt somit schon fast zum Stehen. Oft sitzt es noch ein wenig unschlüssig vor ihrem Gitterbettchen und zieht sich immer mal testweise ein paar Zentimeter hoch. HILFE!! Das ist zwar niedlich anzuschauen, geht uns jetzt aber doch einen Zacken zu schnell!!

Leider ist das Babymädchen auch auf dem Wickeltisch unglaublich zappelig. Zu meiner großen Schande muss ich gestehen, dass das Baby mir daher kürzlich auch fast vom Wickeltisch gefallen wäre.Der Alptraum jeder Mama!! Und das, obwohl ich direkt davor stand und eine Hand auf dem Richtung Abgrund drängenden Po hatte. Plötzlich machte das Babymädchen einen Satz nach hinten, und ich fing es (keine Ahnung wie) zum Glück noch in der Luft auf. Das Babymädchen verdrückte zum Glück nur zwei kleine Schrecktränen, hat sich aber offenbar nicht weh getan. 

Überhaupt ist das Wickeln und Anziehen zur Zeit eine echte Tortur. Für alle Beteiligten. Legt man das Babymädchen auf den Wickeltisch, dreht es sich sofort um, geht in Froschposition und "überfällt" die Box mit den Wickelutensilien. Auch wenn ich so nach und nach meine Fähigkeiten im über Kopf, von hinten oder im Sitzen aus- und anziehen perfektioniere, so muss ich das Baby ja doch zumindest zum Wickeln hinlegen. Es ist wirklich fast unmöglich sie dabei abzulenken und festzuhalten. Am Schlimmsten wird es dann beim Anziehen von Bodys und Shirts. Über den Kopf ziehen geht grade so noch, aber wenn es ans Durchfädeln der Ärmel geht, schreit das arme Kind wie am Spieß, macht sich steif (hat die eine Kraft!!) und somit das Anziehen noch mehr zur Qual. 

Seit 5 Wochen bekommt das Babymädchen nun Brei. Mittlerweile sind wir bei Kürbis mit Kartoffel angelangt. Sie sperrt zwar meist ein paar Mal das Mündchen auf, verliert aber sehr schnell die Lust an der ganzen Sache, schmiert ihren Mund an meiner Brust ab und macht sich zum Flitzebogen. An dieser Stelle brechen wir das Füttern dann immer ab, denn Essen soll ja etwas Positives sein. Somit haben wir aber auch an guten Tagen wohl kaum mehr als 40g in das Bäuchlein hinein bekommen. D.h. bis zur Vollständigkeit der Mittagsmahlzeit wird es wohl noch recht lange dauern, wenn nicht bald der Knoten platzt. Wir überlegen jetzt, demnächst trotzdem parallel schon mal mit dem Abendbrei anzufangen, in der Hoffnung, dass das Babymädchen dann vielleicht Nachts nicht mehr stündlich trinken will. Denn das ist immer noch der zunehmend nervige Status Quo. 

Im Haushalt Isndingwa sind seit einigen Wochen alle mal mehr mal weniger erkältet. Seit zwei Tagen hat es das Babymädchen nun leider auch so richtig erwischt. Zum Glück zwar ohne Fieber, aber dafür mit einem fiesen Schnupfen, der das Babymädchen nicht schlafen lässt. Da kommt sie wohl nach mir: Ich finde ja, Schnupfen ist das schlimmste Erkältungssymptom. Ich hasse es, wenn ich keine Luft bekomme. In den letzten beiden Nächten war das arme kleine Mädchen daher fast halbstündlich wach und ließ sich meist nur an der Brust beruhigen. Immer wenn es wieder im Bett lag und gerade eingeschlafen war, kam ein Röcheln, der Nucki fiel aus dem Mund und das Baby war wieder wach. 
Wir dachten, dass es im Elternbett vielleicht besser zur Ruhe kommen könnte. Dem war aber nicht so. Stattdessen machte ich nun also auch in den halbstündigen Pausen kaum ein Auge zu. *gähn*

Hat jemand noch ein paar gute Tipps gegen Babyschnupfen? Wir reiben Babys Brust mit Babix ein. Wenn sie es zulässt (alles im Gesicht ist WUUUÄÄÄÄÄHHHH!!!!), gibt es Engelwurzelbalsam auf's Näschen. Mit dem "Schlodder-Sauger" brauche ich ihr nicht zu kommen, da gibt es sofort lautes Gebrüll, bitterliches Weinen und fuchtelnde Ärmchen, so dass ich das meist sein lasse. Schließlich schwellen die Nasenschleimhäute beim Weinen ja nur noch schlimmer an.

Zum Abschluss aber noch was Schönes: Das Baby jauchzt und lacht soviel, dass man einfach mitmachen muss. Ihren Papa erkennt es auch, wenn er noch fast unter der Bettdecke begraben ist oder uns den Rücken zukehrt. Dann wird gejuchzt und gestrampelt bis er sich umdreht, um dann mit dem schönsten zahnlosen Grinsen der Welt belohnt zu werden.

Kommentare:

  1. Auch auf diesem Weg nochmal alles Liebe zum Halbjahresgeburtstag!

    Ich hoffe natürlich, dass ihr mittlerweile wieder gesund seid. Trotzdem hier noch ein paar verspätete Tipps, die bei uns gut geholfen haben:

    * Das Babymädchen bei offenem Schlafzimmerfenster schlafen lassen.
    * 3-4x am Tag eine Pipette voll Kochsalzlösung in die Nase (war zwar nicht besonders beliebt, hat aber gut geholfen)
    * viel trinken/oft anlegen
    * Zur Not hätten wir noch Baby-Nasenspray dagehabt, aber zum Glück nicht gebraucht

    Liebe Grüße, die A. mit der kleinen A.

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  2. Hehe.... A. mit der kleinen A. - Ich habe da so eine Vermutung. :-)

    Offenes Fenster hatten wir. Oft trinken auch - kaum weniger als sonst jedenfalls. Aber alles, was wirklich Linderung geschafft hätte - also z.B. Nasentropfen oder Nasensauger war total "RAAABBBBÄÄÄÄÄÄÄHHHHH" und ging gar nicht. Fuchtelnde Ärmchen und hin-und-her geworfenes Köpfchen machten das quasi unmöglich.

    Aber zum Glück ist es auch so besser geworden. Hoffentlich haben wir jetzt eine kleine Weile Ruhe davon....

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